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Berufsfeuerwehr Neubrandenburg

Wenn es brennt, rufen wir die Feuerwehr. Wenn der Keller vollläuft, ein Baum umgestürzt ist, bei Autounfällen, wenn ein Unglück hereinbricht und wir Hilfe brauchen, wählen wir die 112.

1866 entschlossen sich Männer des Neubrandenburger Turnvereins , eine freiwillige Feuerwehr zu gründen. Ohne sie würde es vielleicht unsere schlagkräftige Berufsfeuerwehr nicht geben. Mehr als 1000 Mal rückt sie in jedem Jahr aus, um Feuer zu löschen oder bei anderen Not- und Unglücksfällen zu helfen.

Unterstützt von den freiwilligen Wehren in der Innenstadt und der Oststadt geben die Berufsfeuerwehrleute den Neubrandenburgerinnen und Neubrandenburgern Sicherheit. Auch die Unternehmen der Stadt profitieren beim Brandschutz von unserer schnellen und professionellen Berufsfeuerwehr.

Geschichte

Zustand der Berufsfeuerwehr 1945

Mit dem am 28.4.1945 durch den damaligen deutschen Stadtkommandanten Oberst Fullriede gegebenen Räumungsbefehl musste auch die Feuerwehr die Stadt mit l LF 8 (Mercedes), l LF 15 (Klöckner), l Kleinlöschfahrzeug (Opel) und l MTW 1,5 t (Borgward) in Richtung Schwerin verlassen.
Dadurch hatte Neubrandenburg nach Kriegsende neben einer kaum noch funktionierenden Wasserversorgung auch keine Feuerwehr, um Brände in den noch vorhandenen Gebäuden zu bekämpfen. Vor Kriegsende bestand in der Stadt neben der Freiwilligen Feuerwehr, eine Luftwaffenfeuerwehr und in den mechanischen Werkstätten eine hauptamtliche Werksfeuerwehr, unter der Leitung von Erich Grollmus.
Dieser wurde Anfang Mai 1945 beauftragt, wieder eine Feuerwehr aufzubauen. Dabei ging es in erster Linie um die Wiederherstellung der Wasserversorgung. Als erste Unterkunft der Feuerwehr soll ein Raum im Gaswerk benutzt worden sein. Spätestens im Juni 1945 befand sich die Feuerwache in der Überlandzentrale Neubrandenburg (Ihlenfelder Straße).
Zu dieser Zeit hatte jeder Feuerwehrmann einen Ausweis, der ihn berechtigte das Gelände der Überlandzentrale und die Straßen der Stadt zu jeder Tages- und Nachtzeit zu betreten. Die technische Ausstattung bestand lediglich aus einem zweirädrigen Schlauchkarren.
Am 2.8.1945 bezogen die Feuerwehrleute ihr Gerätehaus in der Bahnhofstraße 63. Hier standen zur Unterbringung der Technik 3 Garagen und l Werkstatt zur Verfügung sowie 3 Räume als Mannschaftsräume und einem Raum als Telefonzentrale.
Mit dem Umzug übergab der Bürgermeister die nach Neubrandenburg zurückgeführte Technik. Das waren das LF 15, das LF 8 und der MTW 1,5 t. Die Feuerwache besetzten zwei Wachabteilungen mit einer Stärke von 9 Mann im 24-Stunden-Wechsel-Dienst. Mit dem Aufbau einer Freiwilligen Feuerwehr am 15.10.1945 wurden die Feuerwehrmänner der Freiwilligen Feuerwehr durch Handschlag verpflichtet, bei Alarm und sonstigen Feuerwehrübungen schnellstens im Gerätehaus der Berufsfeuerwehr zu erscheinen. Die Stärke der Freiwilligen Feuerwehr betrug 12 Mann. Im Zuge der Neubildung der Freiwilligen Feuerwehr entschloss sich die Stadt die Berufsfeuerwehr aus finanziellen Gründen mit nur 6 Wehrmännern pro Wachabteilung zu besetzen. Diese auf Grund der Verhältnisse der Nachkriegszeit getroffene Entscheidung war keine Entscheidung von Dauer. So änderte sich die personelle Situation der Wehr mit der Verbesserung der Finanzlage der Stadt. Aus noch vorhandenen Berichten der Feuerwehr ist zu entnehmen, dass der zweirädrige Handzugschlauchwagen vor, aber auch nach der Rückführung der Löschfahrzeuge eingesetzt wurde.

Benzinmangel und die im August 1945 entwendeten Fahrzeugteile und Batterien waren die Ursache. Am 16.7.1945 rückte die Feuerwehr zu einem Brand in die Speicherstraße und am 28.8.1945 in die Johannesstraße aus. Da zur Beladung des Handzugschlauchwagens keine Pumpe gehörte, standen den Feuerwehrleuten zur Versorgung der eingesetzten 3-C-Rohre mit Löschwasser lediglich die Löschwassermenge und der Löschwasserdruck des Hydranten Netzes zur Verfügung. Am 5.12.1945 kam es auf der Strecke Neubrandenburg-Stralsund in Höhe Trollenhagen zu einem Eisenbahnunfall Die traurige Bilanz dieses Unfalls waren laut Feuerwehrbericht 37 Tote und 51 Verletzte. Dieser Einsatz war der umfangreichste und schwierigste im Gründungsjahr der Berufsfeuerwehr, bei dem alle vorhandenen Kräfte und Mittel zum Einsatz kamen.

Mai bis August 1945
Aufbau der Berufsfeuerwehr der Stadt Neubrandenburg.

Mai 1945
1. Leiter der Berufsfeuerwehr wird Erich Grollmus

01. Juni 1945
Erstes provisorisches Gerätehaus am Gaswerk für Tragkraftspritzenkarren und Kraftspritze wird durch Erich Grollmus eingerichtet. Eine Löschgruppe ( 8 Feuerwehrmänner ) mit Kraftspritze steht zur Verfügung. Eine Alarmierung kann nur durch die Polizei oder die Bewohner persönlich bei der Feuerwehr erfolgen. Es stehen noch keine Alarmierungseinrichtungen zur Verfügung

14. Juni 1945
Die städtische Feuerwehr und das Feuerlöschgerät sind in einer Garage in der Ihlenfelder Straße 88 untergebracht. Die Feuerwehr ist jetzt telefonisch zu erreichen. Es ist noch kein motorisiertes Fahrzeug vorhanden. Die Einsatztechnik besteht nur aus einem zweirädrigen Handzugschlauchwagen.

02. August 1945
Umzug in das Gerätehaus Bahnhofstraße 63 (Haus des Pferdehändlers Sumpke ) Übergabe eines Löschfahrzeug 15 ( LF 15 ), eines Mercedes für die Tragkraftspritze, sowie eines Borgward Mannschaftsfahrzeugs durch die Bürgermeisterei.
Nutzung des Gebäudes: 3 Garagen, 1 Werkstatt, 3 Räume für die Mannschaft. 1 Raum als Telefonzentrale. Im 1 Obergeschoss des Gebäudes werden die Räume als Wohnung von einigen Feuerwehrmännern genutzt. Dies waren Walter Zimmermann, Walter Suhrbier, Paul Puck und Fritz Röthke.

15. Oktober 1945
Neuorganisation der Feuerwehr mit dem Aufbau einer Freiwilligen Feuerwehr zur personellen Aufstockung der Berufsfeuerwehr im Alarmfall. Aus finanziellen Gründen werden die Wachabteilungen auf jeweils 6 Feuerwehrmänner reduziert. Mit Verbesserung der finanziellen Lage der Stadt verbessert sich später auch die personelle Situation der Berufsfeuerwehr. Erweiterung des Zuständigkeitsbereiches durch den Landrat Neustrelitz.

Zu den Aufgaben der Kreisfeuerwehr gehörte die Betreuung und Überprüfung der Feuerwehren der Stadt Neubrandenburg, Burg Stargard, Friedland. Woldegk und der Gemeinden sowie die Leistung der nachbarlichen Löschhilfe.

1946
Oberbrandmeister Adolf Schönhoff wird Leiter der Berufsfeuerwehr

1949
Übernahme der Feuerwehr durch das Landesbrandschutzamt und Bildung des Kreisbrandschutzamtes mit der Berufsfeuerwehr als Kreislöschbereitschaft.

1950
Umzug in das Gerätehaus in der Pasewalker Str. 9

1950
Hauptmann der Feuerwehr Ewald Cinskowski wird zum Leiter der Berufsfeuerwehr ernannt

1951-1952
Übernahme der Feuerwehr durch die neu gebildeten Volkspolizeikreisämter als Feuerwehrkommando

1952-1955
Ausrüstung der Berufsfeuerwehr mit Löschfahrzeugen auf H3A

Juni 1961
Baubeginn der neuen Feuerwache in der Ziegelbergstraße 50

April 1962
Umzug von der Pasewalker Str. in die neue Feuerwache in der Ziegelbergstaße

1967
Fertigstellung des Gerätehauses der FFw Neubrandenburg am Standort des Kommando Feuerwehr

1975
Das Kommando Feuerwehr ist mit Löschfahrzeugen und einer DL 30 vom Typ W 50 ausgerüstet.
60 Feuerwehrleute versehen im 24 h Wechseldienst in 2 Wachabteilungen ihren Dienst.

1976
Zum neuen Leiter der Berufsfeuerwehr wird der Hauptmann der Feuerwehr Günter Schrade ernannt.

1977/1978
Es wurde begonnen die Kräfte und Mittel aller Feuerwehren der Stadt Neubrandenburg neu zu dislozieren. Mit dem Abschluss von Verträgen zwischen der Stadt Neubrandenburg, dem Volkspolizeikreisamt und den Betrieben wurde das Zusammenwirken der Freiwilligen Feuerwehr mit dem Kommando Feuerwehr und den betrieblichen Feuerwehren im Territorium vereinbart. 60 Berufsfeuerwehrleute und 410 Feuerwehrleute der betrieblichen und Freiwilligen Feuerwehr waren für den Einsatz im Ausrücke Bereich verfügbar.

1980
Major der Feuerwehr Norbert Steinhöfel übernimmt die Leitung der Feuerwehr

1981
Einsatzübung aller Feuerwehren der Stadt auf der Grundlage des Zusammenwirkens im Territorium der Stadt.

1990
Übernahme des Kommando Feuerwehr durch die Stadt Neubrandenburg und Aufbau des Amtes für Feuerwehr und Zivilschutz.

01. Januar 1991
Brandoberrat Klaus Treder wird zum neuen Leiter der Berufsfeuerwehr ernannt

1992
Die Stadt Neubrandenburg übernimmt den medizinischen Rettungsdienst für die Stadt Neubrandenburg und Teile des Landkreises Mecklenburg Strelitz. Es entsteht der neue Aufgabenbereich der Notfallrettung. Der erste Ärztliche Leiter des Rettungsdienstes der Berufsfeuerwehr wird Helge Lindner.

01. Juni 1993
Inbetriebnahme der mit Computertechnik ausgerüsteten Leitstelle.

18. September 1993
Erster Stadtfeuerwehrtag mit umfangreichem Programm in der Feuerwache Ziegelbergstraße

16. Dezember 1993
Feierliche Übergabe des neuen Löschzuges bestehend aus einem Löschgruppenfahrzeug LF 16/12 Iveco, Löschgruppenfahrzeug LF 16/18 Iveco, Tanklöschfahrzeug 24/50 Iveco, Magirus- Drehleiter DLK 23/12 Vario CC Iveco

1996
Die Feuerwache befindet sich in einem katastrophalen Zustand.
Der Leiter der Berufsfeuerwehr Herr Klaus Treder stellt die Funktionstüchtigkeit der Feuerwehr in Frage.

12. Februar 1997
Innenminister Rudi Geil übergibt dem Oberbürgermeister der Stadt ein neues Einsatzleitfahrzeug (ELW 2) für die Gefahrenabwehr bei Großschadensfällen und den Katastrophenschutz. Das Fahrzeug wird durch den Technischen Trupp der Freiwillige Feuerwehr Innenstadt besetzt und dient der Technischen Einsatzleitung der Berufsfeuerwehr als Einsatzfahrzeug.

März 1997
Die Schnelle Einsatzgruppe Rettungsdienst (SEG Rettungsdienst) wird ins Leben gerufen. Sie kommt bei Großschadensereignissen mit einem Massenanfall von Verletzten zum Einsatz. Die SEG ist auch für den Einsatz in den umliegenden Landkreisen vorgesehen. Die notwendige Ausrüstung befindet sich in 3 Containern und wird mit einem Wechselladerfahrzeug zum Einsatz gebracht. Zur weiteren Einsatzoptimierung erfolgt im März 2003 die Beschaffung eines tiefliegenden Anhängers auf dem die Container montiert werden. Damit entfällt das zeitaufwendige Ver- und Entladen der Container im Einsatzfall.

15. Mai 1997
Beginn des Neubau einer Feuer- und Rettungswache am Standort Ziegelbergstraße 50 bei laufendem Dienstbetrieb. Grundsteinlegung für die neue Rettungswache

10. September 1997
Grundsteinlegung für den Neubau der Fahrzeughalle der Berufsfeuerwehr.

18. November 1997
Einweihung und Einzug in die neue Rettungswache der Berufsfeuerwehr. In der Rettungswache ist Platz für 2 Rettungswagen und 2 Notarztfahrzeuge der Berufsfeuerwehr. Weiterhin befinden sich in dem Gebäude eine Desinfektions- und Dekontaminationshalle für Rettungsdienstfahrzeug mit den erforderlichen Personenschleusen, ein Lehrkabinett für die Aus- und Fortbildung für Rettungssanitäter und Rettungsassistenten, sowie Unterkunfts- und Bereitschaftsräume für die Fahrzeugbesatzungen und die Notärzte.

1. Juli 1998
Fertigstellung der neuen Fahrzeughalle der Feuerwache Berufsfeuerwehr
Einweihung der neuen Fahrzeughalle der Berufsfeuerwehr und feierliche Übergabe eines Gerätewagen für den Gefahrguteinsatz.
Die neue Fahrzeughalle bietet Platz für 16 Einsatzfahrzeuge der Berufsfeuerwehr. Über den Fahrzeugen befinden sich die Bereitschaftsunterkünfte für die Mannschaften.
Der Gerätewagen Gefahrgut wird gemeinsam mit dem Landkreis Mecklenburg- Strelitz betrieben und durch die Berufsfeuerwehr auch im Bereich des Landkreises zum Einsatz gebracht.

1. Januar 1999
Die Stadtverwaltung Neubrandenburg ändert den Namen des Amtes für Feuerwehr und Zivilschutz. Die neue Bezeichnung lautet nun Amt für Brandschutz und Rettungsdienst. Der Namenwechsel soll der Bedeutung des Rettungsdienstes der Berufsfeuerwehr besser Rechnung tragen.

August 1999
Abriss des alten Verwaltungsgebäudes der Berufsfeuerwehr in der Ziegelbergstraße und Baubeginn für den neuen Verwaltungs- und Schulungsbereich.

16. Januar 2001
Brandoberrat Klaus Treder geht in den Ruhestand, neuer Leiter der Berufsfeuerwehr wird Brandamtmann Dieter Behrends.

23. Mai 2001
Fertigstellung der Leitstelle und des Schulungs- und Verwaltungsbereiches.
Den nun 117 Frauen und Männern der Berufsfeuerwehr stehen jetzt Aufenthaltsräume, Kantine, neue Lagerräume und ein kleiner Sportraum zur Verfügung. Auch die Leitstelle für den Brand- und Katastrophenschutz, sowie für die Notfallrettung und die Koordinierung des Krankentransports hat neue Räume mit modernster Leitstellentechnik bekommen.

Für den Katastrophenschutz befinden sich im Schulungsbereich Stabsräume, die den Anforderungen an den Katastrophenschutz gerecht werden. Durch einen Zwischenbau sind der 2 geschossige Schulungs- und der 4 geschossige Verwaltungstrakt mit der 1998 fertiggestellten Fahrzeughalle verbunden.

2003
Umstrukturierung der Berufsfeuerwehr. Anstelle des bis dahin klassischen Löschzuges, bestehend aus Vorausfahrzeug, Löschgruppenfahrzeug, Tanklöschfahrzeug, Rettungswagen und Drehleiter, rücken nun ein Einsatzleitwagen, 2 Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeuge und die Drehleiter aus. Nach Abschluss der Umstrukturierungsmaßnahmen versehen 107 Frauen und Männer ihren Dienst bei der Berufsfeuerwehr.

10. November 2003
Beginn der Umbaumaßnahmen der alten Feuerwache der Berufsfeuerwehr. Der Schlauchturm und das Dach der Wache werden abgerissen. Anstelle des Schlauchturms wird ein Treppenhaus eingebaut und auf dem Dach eine moderne Übungsanlage für den Atemschutzeinsatz aufgebaut. Die Atemschutzübungsstrecke wird auch von den Feuerwehren des Landkreises Mecklenburg Strelitz genutzt.

12. Januar 2005
Feierliche Übergabe der Atemschutzübungsstrecke. In Anwesenheit des Oberbürgermeisters der Stadt Neubrandenburg Dr. Paul Krüger und Vertretern des Landkreises Mecklenburg-Strelitz wird durch die Firma Dräger die Atemschutzübungsanlage übergeben. Somit steht den Feuerwehrleuten der Stadt Neubrandenburg und des Landkreises Mecklenburg- Strelitz eine moderne Trainingsanlage für den gefährlichen Atemschutzeinsatz zur Verfügung.

21. September 2007
Brandamtmann Frank Bühring löst Brandoberamtsrat Dieter Behrends, der in den Ruhestand geht, ab.