Gedenkorte in Neubrandenburg
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Öffentliches Gedenken und Geschichtswahrnehmung sind eng mit Erinnerungskultur und ihren Ausdrucksformen verbunden. Dabei nehmen die Auseinandersetzung mit staatlicher Verfolgung und die Aufarbeitung der Schicksale verschiedener Opfergruppen einen besonderen Platz im gesellschaftlichen Bewusstsein ein. Gedenk- und Erinnerungsorte machen das bemerkenswert und dauerhaft sichtbar.

In Neubrandenburg gibt es verschiedene Gedenkorte, deren Auffinden und Wahrnehmen das vorliegende Faltblatt unterstützt. Zumeist ist der Ort authentisch, jedoch fehlen bauliche Hinterlassenschaften, die räumliche Vorstellungen zulassen. Gedenktafeln, Denkmale, Stolpersteine, gestaltete Grabstätten und bislang vier Lehrpfade erinnern im Stadtbild an Personen, Ereignisse und deren Wirkungen in der lokalen Geschichte. Das Informationsblatt bildet dies in fünf chronologisch gegliederten Abschnitten ab.

Die Lehrpfade widmen sich den Themen „Zwangsarbeit in der Nordstadt“, „Jüdisches Leben in Neubrandenburg“, „Lager in Fünfeichen“ sowie „DDR-Staatssicherheit auf dem Lindenberg“.
Für die jüdischen Neubrandenburger, die in den NS-Vernichtungslagern sterben mussten, wurden am Ort ihrer ehemaligen Wohnhäuser Stolpersteine in das Straßenpflaster gesetzt. Verblichene Spuren jüdischen Lebens werden so wieder erkennbar.

 
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Gedenkorte für die lokale Geschichte bis 1918

1 Gedenkplatte für die Opfer des 30jährigen Krieges

(Friedländer-Tor-Anlage)
Erinnerungstafel für die Opfer der Belagerung des kaiserlichen Generals Tilly und seiner Landsknechte unter der Bevölkerung und den schwedischen Besatzern 1631

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2 Grabanlage für Opfer des 1. Weltkrieges

(Neuer Friedhof)
Umbettung der Soldatengräber aus dem 1. Weltkrieg nach 1922 und Schaffung einer würdigen Gedenkanlage

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3 Stein für die Gefallenen im 1. Weltkrieg

(nordwestlich vor dem Jahn-Stadion)
Denkmal für die gefallenen Turnbrüder 1914-18
Die Mitglieder der beiden Männerturnvereine der Stadt Neubrandenburg stellten sich im Frühjahr 1921 die Aufgabe, zu Ehren ihrer im ersten Weltkrieg gefallenen Turnbrüder einen Gedenkstein auf dem neuen Turn- und Sportplatz aufzustellen.

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4 Stein für vier im 1. Weltkrieg Gefallene

Stein für vier im 1. Weltkrieg Gefallene (Schützen Am Hang)

Erinnerungsstein der Neubrandenburger Schützenzunft, der für die gefallenen Neubrandenburger Schützen des 1. Weltkrieges in Eigeninitiative errichtet wurde.

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Gedenkorte der
Weimarer Republik 1918 – 1933


5 Gedenkplatte für Hans Arno Eckelmann

H.A. Eckelmann wurde hier 1924 von einer Polizeistreife angeschossen und verstarb drei Tage später

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6 Denkmal "Kleiner Trompeter"    

südöstlich hinter dem Neuen Friedhof)
Das Monument erinnert an Fritz Weineck, Trompeter im Spielmannszug des Roten Frontkämpferbundes, der 1925 durch diePolizei ermordet wurde.

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Gedenkorte für die Opfer des
Nationalsozialismus 1933 – 1945

7 Synagogenplatz     

(Poststraße)
Standort der ehemaligen Synagoge, die in der Pogromnacht 9./10. November 1938 zerstört wurde.

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8 Isidor-Heine-Gedenkplatte

(Friedrich-Engels-Ring 29)
Standort des ehemaligen Wohnhauses von Isidor Heine, letzter Vorsteher der jüdischen Gemeinde Neubrandenburg.

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9 Soldatengrabanlage 2. Weltkrieg

(Neuer Friedhof)

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10 Mahn- und Gedenkstätte Fünfeichen (bis 1945)

(Fünfeichen)

Massengräberfeld für über 5000 tote sowjetische Kriegsgefangene des Stammlagers II A und des Offizierslagers II E (1939–1945) sowie Grabanlage für ca. 500 Tote der Alliierten

Literatur:

+ Albert Bockstael Malerei – Ein ehemaliger belgischer Kriegsgefangener

Schriftenreihe des Regionalmuseum Neubrandenburg, Heft 40, NB 2009

+ Szczesiak, Rainer

Nationalsozialistische Zwangslager im Raum Neubrandenburg

Schriftenreihe des Regionalmuseums Neubrandenburg, Heft 41, NB 2009

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11 Lazarett-Friedhof

(Gelände der Panzerkasernen, Weg am Hang)
Begräbnisplatz für 53 Tote des zweiten Weltkriegs.

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12 Friedhof der an Typhus Verstorbenen

(Tannenkrug, Am Gartenbau)
Ruhestätte für ungefähr 200 Opfer der Typhusseuche nach Ende des 2. Weltkrieges.

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13 Ehrenmal für die Gefallenen der Roten Armee

(Neuer Friedhof)
Grabanlage für 261 Tote der Roten Armee.

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14 Soldatenfriehof - Opfer des 2. Weltkrieges

(Weitin)
Ruhestätte für drei tote deutsche Soldaten in Einzelgräbern und 13 Tote in Massengräbern.

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15 Frauenehrenmal

(Mühlendamm, südlich Neuer Friedhof)
Begräbnisort für einhundert Frauen aus dem Außenlager des KZ Ravensbrück.

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16 Gedenkstein für die Verfolgten vom Naziregime (VVN)

(Wallanlage, Nähe Stargarder Tor)
Stein für alle Opfer des Nationalsozialismus

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17 Gedenkanlage "Die Unbeugsamen"

(südlich des Neuen Friedhofs)
Ehrenmal für die Kämpfer gegen Reaktion und Faschismus

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18 Gedenkstein für die Vertriebenen

(Ausfahrt Große Wollweberstraße / Wallanlage)
Erinnerung an die Opfer von Krieg und Vertreibung nach Ende des 2. Weltkrieges.

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19 Gedenkort "Trauernde"

(2. Ringstraße, Stadtmauer, Höhe Franziskanerkloster)
Erinnerung an die weiblichen Opfer der nationalsozialistischen Zwangsarbeit 1942-1945 in Neubrandenburg

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STOLPERSTEINE

20 Ziegelbergstraße (Rückseite des "Hotels am Ring")
21 Neutorstraße 41     
22 Friedrich-Engels-Ring 29

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Gedenkort für Opfer der Zeit zwischen 1945-1948

23 Mahn- und Gedenkstätte Fünfeichen (ab 1945)

Mit Beginn des 2. Weltkriegs entsteht in Fünfeichen ein Kriegsgefangenenlager. Nach dem Kriegsende organisiert die Rote Armee den Rücktransport der ehemaligen Kriegsgefangenen, KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter in ihre Heimat.

Am 9. Mai 2015 erhalten auch die Verstorbenen der Kriegsgefangenenlager ihre Namen zurück. Ein seit 2007 laufendes Forschungsprojekt kommt damit zum gegenwärtigen Abschluss.
Die Namen von über 400 toten Soldaten und Offizieren aus neun Staaten und über 5 100 verstorbene Rotarmisten aus der ehemaligen Sowjetunion sind auf Grabplatten zu lesen.

Literatur:

+ Albert Bockstael Malerei – Ein ehemaliger belgischer Kriegsgefangener

Schriftenreihe des Regionalmuseum Neubrandenburg, Heft 40, NB 2009

+ Szczesiak, Rainer

Nationalsozialistische Zwangslager im Raum Neubrandenburg

Schriftenreihe des Regionalmuseums Neubrandenburg, Heft 41, NB 2009

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Gedenkort für die lokale Geschichte nach 1989

24 Gedenkplatte Herbst 1989

(Evangelische Kirche St. Johannis)
Erinnerung an die Ereignisse, die im Herbst 1989 zum Sturz des DDR-Systems führten.

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Historische Lehrpfade

A Lehrpfad "DDR Staatssicherheit auf dem Lindenberg"

B Lehrpfad "Zwangsarbeit in der Nordstadt Neubrandenburgs"

C Lehrpfad "Jüdisches Leben in Neubrandenburg"

D Lehrpfad "Lager in Fünfeichen"

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er Grabsteine vom Alten Friedhof an der Katharinenstraße angelegt.