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Wilhelm-Ahlers-Medaille der Stadt Neubrandenburg

Die Wilhelm-Ahlers-Medaille wird an Persönlichkeiten verliehen, die sich um die kommunalpolitische, kulturelle, sportliche, wirtschaftliche oder soziale Entwicklung der Stadt Neubrandenburg besonders verdient gemacht haben.

Mit dem Namen Wilhelm Ahlers verbindet sich engagiertes Tun in Ehrenamt und Beruf für die Stadt Neubrandenburg in besonderer Weise. Mit dem Namen der Medaille wird ihr eine besondere Größe verliehen.

Die Auszeichnung wird im Ehrenbuch der Stadt Neubrandenburg eingetragen.

Über die Verleihung entscheidet die Stadtvertretung in nichtöffentlicher Beratung als Einzelfallentscheidung. Der Beschluss über die Verleihung erfordert eine Zweidrittelmehrheit aller Stadtvertreter.

Bisher mit der Wilhelm-Ahlers-Medaille ausgezeichnet wurden:

Pastor a. D. Fritz Rabe

Fritz Wilhelm Rabe setzt sich dafür ein, dass die Freundschaft zwischen den Völkern und ihren Menschen gepflegt wird und lebt für die euro­päische Idee. Damit trägt er Vorbildcharakter für die Öffentlichkeit. Besonders engagiert er sich für die Städtepartnerschaft und Freundschaft zur biblischen Stadt Nazareth. Seit Jahren organisiert er Reisen ins Heilige Land. Als Gründungs­mitglied der Europa-Union Neubrandenburg und langjähriges Mitglied des Landesvorstandes MV verbreitet und fördert Fritz Wilhelm Rabe den Europagedanken in Neubrandenburg und der Region. Aufgrund seines unermüdlichen Wirkens im Dienste der Stadt, hat es Fritz Wilhelm Rabe verdient, mit der Wilhelm-Ahlers-Medaille der Stadt Neubrandenburg geehrt zu werden.

Die Verleihung fand im Rahmen des Bürgerempfangs der Stadt Neubrandenburg am 04.01.2018 in der Konzertkirche statt.

Karin Schmidt

Seit Jahrzehnten engagiert sich Karin Schmidt für die kulturelle und sportliche Entwicklung der Stadt Neubrandenburg. 1965 begann sie nach ihrem Studium an der Fachhochschule für Tanz in Leipzig ihre Tätigkeit als Tanzpädagogin am neu eröffneten Haus der Kultur und Bildung. Bei zahlreichen kulturellen Höhepunkten der Stadt und der Region engagierte sie sich in den vergangenen Jahren und bereicherte diese mit den Auftritten „ihrer“ TänzerInnen.

Die Teilnahme an zentralen Leistungsvergleichen, den Arbeiterfestspielen, Tanzfesten und zahlreichen Auslandsgastspielen waren Anerkennung für ihre kontinuierliche künstlerische Arbeit. Nahezu 50 Jahre leitete Karin Schmidt die künstlerischen Geschicke des damaligen Kinder- und Jugendtanzensembles und heutigen Vereins Tanzaktion.

Für ihr jahrzehntelanges Engagement, mit dem sie das Leben mehrerer tausend Kinder, Jugendlichen, Erwachsenen und Senioren der Stadt Neubrandenburg durch den Tanz reicher gemacht hat, hat Karin Schmidt es verdient, mit der Wilhelm-Ahlers-Medaille der Stadt Neubrandenburg geehrt zu werden.

Die Verleihung erfolgte vor ihrem 75. Geburtstag im Rahmen des großen Tanzfestes der Tanzaktion e. V. am 23.06.2018.

Manfred Tepper

Manfred Tepper engagiert sich seit 1970 im KC Tollensia e. V., seit 32 Jahren als Präsident des Vereins. Weit von den Faschingshochburgen am Rhein entfernt, hat sich der Karneval über die Jahrzehnte in unserer Region gut etabliert und ist für viele eine feste Größe im jährlichen Kalender geworden. Immer wieder werden durch den Verein unter „Mannes“ Leitung Konzepte erdacht und Programme entworfen, um die breite Zuhörerschar zum Lachen zu bringen. Von Beginn an hat Manfred Tepper nicht einen Tag bei Veranstaltungen des Karnevals gefehlt. Wie bei anderen Vereinen, gehört zur Vereinsleitung auch, organisatorische und finanzielle Hürden zu stemmen. Die Vereinsgeschichte beweist, dass dies bisher gelungen ist.

Aber nicht nur für Karnevalisten ist Manfred Tepper eine Institution geworden. Seit der Vorbereitung der 750-Jahrfeier Neubrandenburgs vor 20 Jahren, gibt er dem Stadtgründer Herbord von Raven sein Gesicht. Hoch zu Ross ritt er am 4. Januar 1998 zum Auftakt des Festjahres anlässlich des Stadtjubiläums durch das Stargarder Tor und ist seither aus dem Stadtgeschehen nicht mehr wegzudenken. Auch außerhalb unserer Stadtmauer wirbt er für unsere Stadt. So war er am 3. Oktober 1998 gemeinsam mit seinem Gefolge beim Auftritt der Bundesländer in Berlin dabei. Oft vertrat er unsere Region auch auf der Grünen Woche in der Bundeshauptstadt, reiste nach Schwerin, Rostock, in die dänische Partnerstadt Gladsaxe oder mit der Neubrandenburger Philharmonie nach Brüssel. Beliebt bei Einheimischen und Besuchern, Groß und Klein sind auch seine historischen Stadtführungen.

Für sein jahrzehntelanges unermüdliches ehrenamtliches Engagement, hat es Manfred Tepper verdient, mit der Wilhelm-Ahlers-Medaille der Stadt Neubrandenburg geehrt zu werden.

Die Verleihung erfolgte im Rahmen der 25. Hauptversammlung des Bundes Deutscher Karneval e. V., die im September 2018 in Neubrandenburg stattfand.

Gerhard Stoll

Am 7. Oktober 1989 wurde durch den Friedenskreis in einem symbolischen Akt die erste öffentliche Aktion initiiert. Brennende Kerzen wurden als „Licht der Hoffnung“ in viele Neubrandenburger Fenster gestellt. Zum ersten Friedensgebet am 11. Oktober 1989 in der Johanniskirche folgten 350 Teilnehmer einer Einladung, die nur durch Mund-zu-Mund-Propaganda die Menschen erreichte. Beim 2. Friedensgebet mit einem Schweigemarsch zur katholischen Kirche waren bereits 5.000 Teilnehmer dabei. Am 24. Oktober gründete sich das Neue Forum in der Vier-Tore-Stadt. Der Höhepunkt der Ereignisse fand am 25. Oktober statt, als 30.000 bis 40.000 Teilnehmer im Anschluss an das 3. Friedensgebet auf die Straße gingen.

Die Mitglieder der Gruppe „Augenzeugen 89“ haben sich damals aktiv an den Veränderungsprozessen beteiligt. Sie wirkten im Neuen Forum und anderen Bürgerrechtsinitiativen mit, obwohl niemand wusste, ob diese Revolution friedlich bleibt. Die Gruppe selbst bildete sich erst nach der Wende aus wichtigen Protagonisten der friedlichen Revolution von 1989. Lange waren die Mitglieder aktiv, um die Erinnerung an diese große gesellschaftliche Zäsur des 20. Jahrhunderts wach zu halten, insbesondere der Jugend zu erklären, dass Demokratie keine Selbstverständlichkeit ist, sondern der ständigen aktiven Erneuerung durch die Menschen bedarf. Die „Augenzeugen 89“ haben anhand von Fotos, Schriftstücken und Ausstellungen die Ereignisse der Wendezeit für die Nachwelt dokumentiert.

Aufgrund ihres Mutes, sich gegen die ungerechten politischen Verhältnisse zu wehren und durch ihr ehrenamtliches Engagement auch in den Folgejahren, die Erinnerung an die Geschehnisse der politischen Wende dauerhaft wachzuhalten, haben sich die „Augenzeugen 89“ um die soziale, kulturelle und kommunalpolitische Entwicklung der Stadt besonders verdient gemacht. Stellvertretend für die Gruppe wurde die Medaille Herrn Gerhard Stoll am 24. Oktober 2019 im Rahmen der Festveranstaltung zur Erinnerung an die politische Wende von 1989 im Güterbahnhof überreicht.. Herr Stoll ist unermüdlich bereit, sich für die Erinnerung an diese geschichtsträchtige Zeit einzusetzen. Er selbst war an jeder in Neubrandenburg durchgeführten Aktion der friedlichen Revolution maßgeblich beteiligt, u. a. als Sprecher des „Neuen Forum“ in Neubrandenburg.