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Erinnerung an Maria Hiszpanska-Neumann und den Neubrandenburger SCHMUGGELFUND AUS DEM KZ

Am 27. Januar, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, lädt die Regionalbibliothek um 11 Uhr ein, in einem kurzen Ausstellungsrundgang illustrierte Bücher der polnischen Künstlerin Maria Hiszpańska-Neumann (1917-1980) kennenzulernen.

Die polnische Künstlerin war als junge Kunststudentin aktiv im Widerstand gegen die NS-Diktatur und Gefangene im Konzentrationslager Ravensbrück, auch im Außenlager Neubrandenburg. Die Ausstellung zeigt polnische und deutsche Bücher aus den öffentlichen Bibliotheken der Partnerstädte Koszalin und Neubrandenburg, die von Maria Hiszpańska-Neumann illustriert wurden.

Anschließend startet das neue Angebot HÖRBUCH-BIBLIOTHEK mit dem Hörbuch DAMIT DIE WELT ES ERFÄHRT. Es erzählt die Geschichte des Neubrandenburger SCHMUGGELFUNDES AUS DEM KZ. Diese Flaschenpost des Jahres 1943 wurde 1975 entdeckt und enthielt Gedichte, Briefe, Dokumente, eine Miniaturschnitzerei und eine Zeichnung von Maria Hiszpańska. Sie wurden von jungen Polinnen unter Todesgefahr aus dem KZ Ravensbrück zu Kriegsgefangenen im Lager Neubrandenburg-Fünfeichen geschmuggelt, damit die Welt erfährt, was im KZ geschah.

Das Hörbuch gehört zur Projektmappe EIN SCHMUGGELFUND AUS DEM KZ von Dr. Constanze Jaiser und Jakob David Pampuch. Diese war die Grundlage war für ein polnisch-deutsches Jugendprojekt der Bibliotheken von Koszalin und Neubrandenburg. Als ein Projektergebnis entstand die Wanderausstellung EINE FLASCHENPOST AUS DEM KZ, die seit 2017 durch Polen und Mecklenburg-Vorpommern reist. Bis Februar ist sie in der Uwe Johnson-Bibliothek Güstrow zu sehen und wird am 27. Januar 2018 um 19 Uhr von einer musikalischen Lesung aus den Schmuggelfund-Dokumenten begleitet.

In Neubrandenburg kann man beim Hörbuch-Hören im aktuellen Angebot zum Thema dieses Erinnerungs-Tages blättern, darunter mehrere Preisträgerarbeiten des Annalise-Wagner-Preises. Dazu gehört auch der berührende Roman KINDERZIMMER der französischen Autorin Valentine Goby, ausgezeichnet mit dem Annalise-Wagner-Preis 2017. Landesweit einmalig: Die Regionalbibliothek stellt diesen Roman als Klassensatz für Berufsschulen und Gymnasien in Mecklenburg-Vorpommern zur Verfügung.

Und wer den Blick schweifen lässt, entdeckt Stellwände mit leuchtenden Graffitis zum Thema MENSCHENRECHTE UND MEINUNGSFREIHEIT. Sie wurden von jungen Leuten am Internationalen Tag der Menschenrechte 2017 im Rahmen des Projektes ZEITLUPE|STADT.GESCHICHTE & ERINNERUNG der RAA MV gestaltet und schlagen über Erinnerung, Kunst und Menschenwürde eine außergewöhnliche Brücke zu Maria Hiszpańska-Neumann.