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RAAM Renntagebuch

Liebe Sponsoren, Spender, Partner und Freunde,

normalerweise wären wir begeistert, so waren wir erschrocken: Vor uns baute sich über der Prärie von Südkansas ein beeindruckendes Panorama am nächtlichen Horizont vor uns auf. Blitze zuckten als wollte der Himmel haufenweise Zeichen über uns malen, nur Sekundenbruchteile zu sehen und nicht zu entziffern. Da wir aber hier ein Rennen quer durch die USA fahren, und die Gewitterfront direkt vor uns lag, haben wir entschieden, den Fahrer ins sichere Begleitmobil zu bringen und uns für die nächsten Stunden einen sicheren Platz zu suchen. Eine SMS der Rennleitung traf ein. „Unternehmen Sie alles, um Ihren Fahrer in Sicherheit zu bringen, wenn das Wetter gefährlich wird. Sie können das Rennen an der Stelle wieder aufnehmen, an der Sie Ihren Fahrer von der Straße genommen haben.“

Wo war bei diesem Gewitter der sicherste Platz mitten in der Prärie von Süd-Kansa? Vor einer Kirche. Der Küster erlaubte es uns, die Fahrräder in den Vorraum zu stellen, damit sie nicht vom Autodach geweht werden. Nach drei Stunden war die Gefahr vorbei, das Gewitter in eine andere Richtung gezogen. Wir packten unsere Sachen, hinterließen eine Spende für das Waisenhaus der Church of Christ und los ging es. Nach knappen zehn Kilometern musste so mancher von uns schlucken, angesichts der tiefen Wasserpfützen auf den Feldern. Das ist noch einmal gut gegangen. Am nächsten Kontrollpunkt in Ulysses, Kansas, bestätigten uns die freiwilligen Helfer, dass es entlang der Strecke stark geregnet und der Wind in heftigen Böen geweht hat. Für die Statistik: Bis jetzt haben wir 2244 Kilometer hinter uns, liegen in der Zeit und lassen die Rockie Mountains hinter uns. Ab jetzt wird es bis zum Atlantik nie höher als 1500 Meter gehen.

Viele Grüße aus Kansas Marius Leweke