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Juli - Pestalozzi Schule, Ziegelbergstraße 27

Die heutige Pestalozzi-Schule erhielt ihren Namen nach Johann Heinrich Pestalozzi (1746 – 1827), dem Schweizer Pädagogen und Sozialreformer, erst im Jahr 1949. Gebaut wurde sie in der Zeit von 1927 bis 1929 als städtische Bürgerschule für Mädchen nach Plänen von Senator L. Giesecke.

Die Schule entstand unter Beachtung moderner pädagogischer, bautechnischer und hygienischer Standards.

Neun der zwölf Klassenzimmer waren bewusst nach Westen orientiert, sodass die Sonne beim morgendlichen Lernen nicht blenden konnte, die Schulräume jedoch am Nachmittag durchsonnen würde. Neben der durchdachten Architektur entsprach auch die Ausstattung der Schule den modernsten Anforderungen – so konnten sich die damaligen Schüler in der ersten Lehrküche Mecklenburgs im Rahmen von Hauswirtschaftsunterricht, Nahrungsmittellehre und praktischer „Kochchemie“ auf das „hausfrauliche“ Leben vorbereiten.
Die Gebäudehülle wird durch die Verwendung dunkler Ziegel besonders geprägt. Sowohl das Material in seiner besonderen Farbigkeit als auch die dem Backsteinexpressionismus entlehnte Formensprache sind typisch für die Zeit der 1920er Jahre. Giesecke stellte durch die Wahl des Materials an dieser Stelle bewusste Bezüge sowohl zu den in der Nähe (Katharinenstraße) bereits vorhandenen Schulbauten als auch zu den Toranlagen der Stadt her.

Nach Gieseckes Plan sollte ursprünglich ein Gebäude mit insgesamt 25 Klassenzimmern entstehen. Aufgrund der „erdrückend schweren Geldknappheit“ konnte bis November 1928 jedoch nur Platz für acht Klassen und bis August 1929 für acht weitere Klassen geschaffen werden.

Derzeit werden in der Schule mit den Förderschwerpunkten Lernen sowie emotionale und soziale Entwicklung ca. 146 Schüler in zwölf Klassen unterrichtet.