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Oktober - Vier bronzene Konsolfiguren - Helmut-Just-Straße 6

Die vier Figuren über dem Haupteingang des ehemaligen Internatskomplexes des Berufsausbildungszentrums (BAZ) in der Oststadt sind neu auf der Denkmalliste der Stadt. Die lebensgroßen, nackten und nach klassischem Ideal geformten Bronzefiguren befinden sich vor dem Hintergrund einer Betonwand mit gut sichtbaren Schalungsspuren mittig über dem Haupteingang des ehemaligen Internatskomplexes. Zur Erinnerung: Bis 1989 handelte es sich um das Klubhaus des BAZ.

Die Nackten wurden in den Jahren 1975 bis 1980 nach Entwürfen des aus Freiberg stammenden Bildhauers, Medailleurs und Graphikers Bernd Göbel (*1942) geschaffen und stellen ein qualitätsvolles Beispiel der in der DDR vorherrschenden realistischen, figurativen und durch humanistische Ideale geprägten Bildhauerkunst dar. Menschliche Figuren spielen in Göbels plastischem Werk durchgehend eine tragende Rolle und seine Figurengruppen, Denkmäler sowie Brunnen sind bis heute insbesondere in ganz Mitteldeutschland zu finden, so beispielsweise der Marktbrunnen in Halle als wohl prominentestes Beispiel.

Wenn den bronzenden Menschen auch eine besondere Bedeutung durch den Eintrag in die Denkmalliste bescheinigt wird, so sind die von 1970 bis 1973 nach städtebaulicher Einordnung von der damaligen Stadtplanerin und Architektin Iris Grund entstandenen Internatsgebäude ohne Denkmalwert.