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Dezember - 9. Dachkonstruktion (Zollingerdach) - Nemerower Straße 7 - 9

Das frühere Wohnhaus in der Nemerower Straße 7 – 9 ist insbesondere durch seine charakteristische Dachform bereits vor einigen Jahren in den Fokus der unteren Denkmalschutzbehörde geraten. Eine Eintragung in die Denkmalliste fand jedoch erst jetzt in Folge einer gemeinsamen Besichtigung mit dem Landesamt für Kultur und Denkmalpflege im Jahr 2017 statt.

Das Gebäude entstand um 1925, und somit noch vor dem Beginn der militärischen Nutzung des Gebietes als Torpedoversuchsanstalt (TVA) und dem späteren Reparaturwerk (RWN), für Herrn Rechnungsrat Klingner.

Die geschwungene Dachform des Hauses lässt sich auf ein sogenanntes Zollingerdach zurückführen – die einzige für Neubrandenburg bekanntermaßen erhaltene Dachkonstruktion dieser Art. Mit der durch Friedrich B. Zollinger zu Beginn der 1920er Jahre in einer Zeit akuter Wohnungsnot entwickelten Bauweise lassen sich im Vergleich zu herkömmlichen Dachkonstruktionen ca. 50% Holz sparen. Durch die Vereinheitlichung der Bauteile ist ebenfalls ein relativ einfacher Zusammenbau möglich, der letztendlich eine typische und gleichfalls sehr dekorative durch Rauten charakterisierte Dachuntersicht ergibt.

Aufgrund von späteren Veränderungen sind inzwischen fast sämtliche Merkmale verloren gegangen, die das Erscheinungsbild des Gebäudes prägten, sodass sich der Denkmalwert auf das Zollingerdach beschränkt. Dieses ist heute ein eindrückliches Beispiel für die Innovationen des privaten Wohnungsbaus in Neubrandenburg im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts.