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Gedenkorte für die lokale Geschichte bis 1918

1 Gedenkplatte für die Opfer des 30jährigen Krieges

(Friedländer-Tor-Anlage)
Erinnerungstafel für die Opfer der Belagerung des kaiserlichen Generals Tilly und seiner Landsknechte unter der Bevölkerung und den schwedischen Besatzern 1631

Die Stadt Neubrandenburg musste einige Jahre nach dem Krieg Konkurs anmelden.
1909 brachten die Bürger der Stadt die Marmortafel an.

Die Inschrift lautet:
Am 9. März 1631 starb hier Kapitän Pflug mit einem Teil der schwedischen Besatzung den Heldentod bei Erstürmung der Stadt durch Tilly. Der schönste Tod in dieser Welt stirbt wer als Held Getreu für gute Sache fällt.

Die gefallenen Soldaten der kriegerischen Auseinandersetzung von 1631 bestattete man in einem Massengrab, welches Anfang der 90er Jahre des 20. Jh. unmittelbar südlich des Vortores entdeckt wurde.
Nach Eroberung der Stadt durch die kaiserlichen Truppen unter General Tilly erlitt Neubrandenburg ein fürchterliches Blutbad.



Literatur:

Ahlers, Wilhelm
Historisch-topographische Skizzen aus der Vorzeit der Vorderstadt Neubrandenburg, Neubrandenburg 1876 (Reprint 1995), S. 44
Boll, Franz
Chronik der Vorderstadt Neubrandenburg. 1875
Canzler, Gerhard
„ Wir (werden) bedacht sein …“ {Stichwort: Dodo von Knyphausen}
in: Neubrandenburger Mosaik 34, 2010, S. 4-23
Jungklaus, Bettina; Prehn, Burkhard
Ein Soldatenmassengrab.
in: Neubrandenburger Mosaik 35, 2011, S. 10-34
Maubach, Peter
Neubrandenburg – so wie es war, Düsseldorf 1997

Voß, Rolf
Mittelalterliche Wehranlage Neubrandenburg, Themenheft, 2009, S. 19 ff.

2 Grabanlage für Opfer des 1. Weltkrieges

(Neuer Friedhof)
Umbettung der Soldatengräber aus dem 1. Weltkrieg nach 1922 und Schaffung einer würdigen Gedenkanlage

Laut Ratsprotokoll 211 von 1919 verpflichtet sich die Stadt zur Pflege der Kriegsgräber auf dem ‚Feldfriedhof‘.
Vermutlich wurden die Soldatengräber aus dem 1. Weltkrieg nach 1922 umgebettet und eine würdige Gedenkanlage geschaffen.



Literatur:

+ Krüger, Dieter
Das Militär in Mecklenburg-Strelitz von den Anfängen bis zum Abzug der sowjetischen Besatzungsmacht im Jahr 1993
in: Mecklenburg-Strelitz, Beiträge zur Geschichte einer Region, Friedland 2001, S. 430-444
+ Maubach, Peter
Neubrandenburg im 1. Weltkrieg (August 12914 bis November 1918) – Eine Zeitungsschau
in: Neubrandenburger Mosaik 1993, S. 129-191

3 Stein für die Gefallenen im 1. Weltkrieg

(nordwestlich vor dem Jahn-Stadion)
Denkmal für die gefallenen Turnbrüder 1914-18
Die Mitglieder der beiden Männerturnvereine der Stadt Neubrandenburg stellten sich im Frühjahr 1921 die Aufgabe, zu Ehren ihrer im ersten Weltkrieg gefallenen Turnbrüder einen Gedenkstein auf dem neuen Turn- und Sportplatz aufzustellen.

Ein dafür geeigneter Stein wurde in der Sandgrube der Brodaer Feldmark aufgefunden. Der aus grauem Granit bestehende Findling wiegt ca. 4 T.
Als schwierig erwies sich der Transport vom Lagerplatz bis zur Straße. Den weiteren Transport übernahm der Bahnspediteur Gütschow. Der von acht Pferden gezogene schwere Rollwagen erreichte problemlos die Stadt. Auf dem Promenadenweg zum Badehaus gab das Erdreich nach und die Räder sanken ein. Am nächsten Morgen wurde der Stein an Ort und Stelle versetzt.
Die Finanzierung erfolgte durch die kostenlose Mitarbeit der Vereinsmitglieder beim Transport und Aufstellung sowie eines gemeinsamen Turnabends im Konzerthaus. Auch der Gesangsverein ‚Arion‘ und die ‘Vereinigung der Neubrandenburger Berufsmusiker‘ stellten sich in diesen Dienst. Die Teilnahme konnte aber nicht befriedigen und die Neubrandenburger Zeitung nahm folgende Wertung vor: „ … doch wies der Saal eine gähnende Leere auf, selbst die Mehrzahl der Angehörigen der Gefallenen, deren Ehrung allein doch die Aufführenden ihre Kräfte weihten, glänzten durch Abwesenheit. Ein Grund für den schwachen Besuch der Veranstaltung mag wohl auch der Umstand gewesen sein, das dieselbe, deren Charakter ja in gewissem Sinn der einer Totenfeier war, nicht mit einem trivitalen Tanzvergnügen abschloss. Dann wäre der Besuch sicherlich ein besserer gewesen.“
Zur Einweihung fand an beiden Pfingsttagen ein turn- und Sportfest statt. Der Einladung waren zahlreiche Vereine aus der näheren Umgebung, Pommern, der Mark und aus Kiel gefolgt. Am Pfingstsonntag erfolgte die Enthüllung des Steines. Herr Pastor Glorius hielt die Rede auf die im Weltkrieg gefallenen Turnbrüder und im Anschluss legten Vertreter der Vereine Kränze am Denkmal nieder. Die Feier schloss mit den Liedern „Deutschland, Deutschland über alles“ und „Ich hatt‘ einen Kameraden“.

Inschrift:

EN IM WELTKRIEG 1914 – 1918
GEFALLENEN
Neubrandenburger TURNBRÜDERN
ZUM GEDÄCHTNIS

Neben den sportlichen Leistungsvergleichen gab es u.a. Darbietungen des bekannten Reuterrezitators Sternberg, des Gesangsvereins ‚Arion‘, Freiübungen der Damenriege des Turnvereins Jahn und des Kieler Männerturnvereins 1844 u.a.
Nach Beendigung der Wettkämpfe fanden abends in allen Sälen Tanzbälle statt. Die Siegerehrung erfolgte im Tivoli. Eine besondere Leistung vollbrachte der Kieler Sportler Schümann. Er stellte mit 3,65 m im Stabhochsprung einen neuen deutschen Rekord auf.

Heute befindet sich der Gedenkstein auf dem Gelände des Jahnstadions am Badeweg.



4 Stein für vier im 1. Weltkrieg Gefallene

Stein für vier im 1. Weltkrieg Gefallene (Schützen Am Hang)

Erinnerungsstein der Neubrandenburger Schützenzunft, der für die gefallenen Neubrandenburger Schützen des 1. Weltkrieges in Eigeninitiative errichtet wurde.

Nähere Umstände sind nicht bekannt. heute befindet sich der Gedenkstein auf dem Gelände der Tollense-Schützenzunft Neubrandenburg 1700 e.V. Dorthin wurde er in den 1990er Jahren mit Genehmigung der Stadt vom Straßenrand versetzt.

Der Stein hat die Inschrift:

1914 – 1918
Auf dem Felde der Ehre starben folgende Schützenbrüder der Schützenzunft Neubrandenburg

C. Philipp 4.9.1914
F. Fust 30.7.1916
F. Carow 5.2.1916

Mittwochschießverein

E. Gaerth 9.12.1914