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Gedenkorte der Weimarer Republik 1918 - 1933

5 Gedenkplatte für Hans Arno Eckelmann

H.A. Eckelmann wurde hier 1924 von einer Polizeistreife angeschossen und verstarb drei Tage später

Am 6. Mai 1956 wurde an dem Wohn- und Geschäftshaus Wartlaustraße 4 in der gerade neuerbauten Innenstadt mit einem feierlichen Akt die Gedenktafel für Hans-Arnold Eckelmann, genannt Harry, der Rote Soldat, eingeweiht. Sie wurde gestiftet durch die Pionierfreundschaft der POS 1.

Harry, Mitglied der KPD, stammte aus Sachsen und war, da von der Polizei wegen Beteiligung an einem Fehmemord gesucht, in Mecklenburg in den Untergrund gegangen. Am 6. Mai 1924 nahm er mit anderen Genossen an einem geheimen Treffen führender Kommunisten in einer Neubrandenburger Wohnung teil. Die Polizei bekam Kenntnis von diesem Treffen und umstellte das Haus. Eckelmann floh und wurde von einem Polizisten in der Wartlaustraße angeschossen. Am 9. Mai erlag er im Krankenhaus seinen Verletzungen ohne seine Identität und die seiner Genossen preiszugeben. Seine Beisetzung auf dem Neuen Friedhof, sein Grab ist noch vorhanden und steht unter Denkmalschutz, wurde zu einer politischen Kundgebung und in den Folgejahren wurde Harry zum Märtyrer der Arbeiterbewegung in Mecklenburg. Hiervon zeugte unter anderem eine große Harry-Gedächtnisfeier am 10. Mai 1925 in Neubrandenburg. Dies wurde als Tradition nach dem 2. Weltkrieg in der DDR wider aufgenommen. Ein Kampfgruppenbataillion, eine Kaserne in Neubrandenburg und die Schule im benachbarten Sponholz und die Pionierfreundschaft der POS 1 in Neubrandenburg trugen unter anderem seinen Namen.
Die Gedenktafel ist aus Marmor in den Maßen von 40 x 60 cm. Unterhalb der Tafel wurde nachträglich ein Lorbeerkranz aus Sandstein angebracht.

Die Tafel wurde 1997 von unbekannten Tätern entwendet und musste durch eine originalgetreue Kopie ersetzt werden.



6 Denkmal "Kleiner Trompeter"

(südöstlich hinter dem Neuen Friedhof)
Das Monument erinnert an Fritz Weineck, Trompeter im Spielmannszug des Roten Frontkämpferbundes, der 1925 durch diePolizei ermordet wurde.

Das Denkmal „Der Kleine Trompeter“ wurde am 1. Mai 1974 übergeben. Künstler ist Karl Rätsch aus Lychen, geb. 1935. Das Werk ist aus Beton, 7,5 Meter lang und ca. 2 Meter hoch auf einem abgewinkelten Betonsockel. In der Mitte ist reliefartig ein fallender Mensch mit einer Trompete zu erkennen. Dieser stellt Friedrich August Weineck, besser bekannt als Fritz Weineck dar.

Dieser, geb. 1897 in Halle, war von Beruf Bürstenbinder und Hornist im Roten Frontkämpferbund. Während einer Wahlveranstaltung in Bitterfeld mit dem Vorsitzenden der KPD, Ernst Thälmann am 13. März 1925, dem so genannten Blutfreitag, wurde er bei der gewaltsamen Auflösung der Versammlung durch die Polizei erschossen. Seine Beerdigung zusammen mit neun weiteren Opfern war eine politische Massendemonstration.
Der Tod von Weineck wurde durch die Kommunistische Partei propagandistisch genutzt, zum Beispiel entstand das Lied „Der Kleine Trompeter“, das sich in den 1920er Jahren wie auch später in der DDR großer, wenn auch politisch motivierter Popularität erfreute. Straßen, Schulen, Betriebe wurden nach ihm benannt, sogar eine Armeeeinheit und ein FDGB-Ferienheim, es gab Denkmale, Bücher, Filme und sogar Briefmarken.

Das Neubrandenburger Denkmal hatte seinen ursprünglichen Standort am F.-Engels-Ring zwischen der Sparkasse (Löwenvilla) und dem Gebäude der SED-Bezirks- und Kreisleitung, dem heutigen Rathaus. Wegen eines Anbaus an die Sparkasse musste es versetzt werden und hat heute seinen Platz an der Südseite des Neuen Friedhofs an der Oststadt.