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3 Stein für die Gefallenen im 1. Weltkrieg

(nordwestlich vor dem Jahn-Stadion)
Denkmal für die gefallenen Turnbrüder 1914-18
Die Mitglieder der beiden Männerturnvereine der Stadt Neubrandenburg stellten sich im Frühjahr 1921 die Aufgabe, zu Ehren ihrer im ersten Weltkrieg gefallenen Turnbrüder einen Gedenkstein auf dem neuen Turn- und Sportplatz aufzustellen.

Ein dafür geeigneter Stein wurde in der Sandgrube der Brodaer Feldmark aufgefunden. Der aus grauem Granit bestehende Findling wiegt ca. 4 T.
Als schwierig erwies sich der Transport vom Lagerplatz bis zur Straße. Den weiteren Transport übernahm der Bahnspediteur Gütschow. Der von acht Pferden gezogene schwere Rollwagen erreichte problemlos die Stadt. Auf dem Promenadenweg zum Badehaus gab das Erdreich nach und die Räder sanken ein. Am nächsten Morgen wurde der Stein an Ort und Stelle versetzt.
Die Finanzierung erfolgte durch die kostenlose Mitarbeit der Vereinsmitglieder beim Transport und Aufstellung sowie eines gemeinsamen Turnabends im Konzerthaus. Auch der Gesangsverein ‚Arion‘ und die ‘Vereinigung der Neubrandenburger Berufsmusiker‘ stellten sich in diesen Dienst. Die Teilnahme konnte aber nicht befriedigen und die Neubrandenburger Zeitung nahm folgende Wertung vor: „ … doch wies der Saal eine gähnende Leere auf, selbst die Mehrzahl der Angehörigen der Gefallenen, deren Ehrung allein doch die Aufführenden ihre Kräfte weihten, glänzten durch Abwesenheit. Ein Grund für den schwachen Besuch der Veranstaltung mag wohl auch der Umstand gewesen sein, das dieselbe, deren Charakter ja in gewissem Sinn der einer Totenfeier war, nicht mit einem trivitalen Tanzvergnügen abschloss. Dann wäre der Besuch sicherlich ein besserer gewesen.“
Zur Einweihung fand an beiden Pfingsttagen ein turn- und Sportfest statt. Der Einladung waren zahlreiche Vereine aus der näheren Umgebung, Pommern, der Mark und aus Kiel gefolgt. Am Pfingstsonntag erfolgte die Enthüllung des Steines. Herr Pastor Glorius hielt die Rede auf die im Weltkrieg gefallenen Turnbrüder und im Anschluss legten Vertreter der Vereine Kränze am Denkmal nieder. Die Feier schloss mit den Liedern „Deutschland, Deutschland über alles“ und „Ich hatt‘ einen Kameraden“.

Inschrift:

EN IM WELTKRIEG 1914 – 1918
GEFALLENEN
Neubrandenburger TURNBRÜDERN
ZUM GEDÄCHTNIS

Neben den sportlichen Leistungsvergleichen gab es u.a. Darbietungen des bekannten Reuterrezitators Sternberg, des Gesangsvereins ‚Arion‘, Freiübungen der Damenriege des Turnvereins Jahn und des Kieler Männerturnvereins 1844 u.a.
Nach Beendigung der Wettkämpfe fanden abends in allen Sälen Tanzbälle statt. Die Siegerehrung erfolgte im Tivoli. Eine besondere Leistung vollbrachte der Kieler Sportler Schümann. Er stellte mit 3,65 m im Stabhochsprung einen neuen deutschen Rekord auf.

Heute befindet sich der Gedenkstein auf dem Gelände des Jahnstadions am Badeweg.