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März 2019 - Typhusfriedhof - Am Gartenbau

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges drohte in Neubrandenburg 1945 der Ausbruch einer Typhusepidemie. Ein Massensterben konnte aber durch strenge Hygiene-Maßnahmen verhindert werden. Neben der Behandlung im Krankenhaus in der Pfaffenstraße und in Seuchenstationen in der Stargarder Straße (Fürstenkeller), im Schauspielhaus sowie in der damaligen Scheunenstraße wurde zusätzlich in der ehemaligen Ausflugsgaststätte „Tannenkrug“ eine Typhus-Station eingerichtet.

1945 starben 170 Personen in Neubrandenburg an Typhus, 32 davon nachweislich in der Station Tannenkrug. Diese wurden südöstlich des Ausflugslokals am Waldrand, heute Straße Am Gartenbau, auf einer etwa 500 Quadratmeter großen Fläche bestattet. 11 Grabstellen sind bis heute zu erkennen, 7 davon mit lesbaren Grabsteinen. Wie viele Personen letztendlich an dieser Stelle bestattet wurden, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden, Schätzungen liegen bei rund 200 Personen. Tuberkulose-Kranke wurden im Tannenkrug noch bis in die 1960er-Jahre behandelt.

Im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme wurde das Friedhofsareal in den 1990er-Jahren hergerichtet und mit einer Einfriedung versehen. Es wird regelmäßig durch den Eigenbetrieb Immobilienmanagement der Stadt Neubrandenburg gepflegt.