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März 2020 - Kulturpark und Parkanlage mit Skulpturen zwischen Stadtkern und Tollensesee


Bis heute neigen tiefer gelegene Flächen im Kulturpark noch schnell zum Vernässen nach starkem Regenfall. Man kann sich also gut vorstellen, dass dieses Gebiet am nördlichen Seeufer, der Werderbruch, im Mittelalter ein mooriges Gelände und somit ein natürlicher Schutz vor Angriffen aus dem Süden war. Mit Errichtung des Schlosses in Hohenzieritz wurde der Landschaftsraum um den Tollensesee ab Ende des 18. Jahrhunderts erstmals ganzheitlich im Sinne einer Parklandschaft betrachtet. Davon zeugen das Belvedere als weithin sichtbare Landmarke und der 1820 angelegte Repräsentantenweg. Erste gezielt gepflanzte Bäume aus dieser frühen Zeit der Anlage sind bis heute erhalten.

Nachdem der Werderbruch nach 1945 zunächst der Entsorgung von Trümmerschutt aus der zerstörten Innenstadt diente, enthielt bereits der Flächennutzungsplan von 1956 erste Aussagen zu einer gezielten Gestaltung eines Parks. In der Folgezeit waren die Entwürfe und Studien von Hilmar Ziegenrücker, Roland Hahn und Heinrich Krebber für das ca. 35 ha große Areal inhaltlich und gestalterisch mehrfachen Änderungen unterworfen, bis die Ausführung unter großer Beteiligung der Bevölkerung um 1982 abgeschlossen war. Der Kulturpark als Weiterentwicklung aus den Volksparkanlagen und der Reformbewegung des beginnenden 20. Jahrhunderts hat heute mit seiner prägenden und weitestgehend authentischen Zeitschicht der 1970er und 80er Jahren Seltenheitswert. Typische Elemente seiner Entstehungszeit, wie der Verkehrsgarten, die Tiergehege, Skulpturen, Spielgeräte oder charakteristische Materialien sowie die zum Hauptraum orientierten Themengärten sind bis heute erhalten geblieben.