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Juni 2020 - Vierrademühle, Jahnstraße 3


Der aus Fachwerk- und Backsteinbauten bestehende Gebäudekomplex der Vierrademühle am Unterbach vor dem Treptower Tor ist schon kurz nach der Stadtgründung Neubrandenburgs, erstmals 1271, urkundlich erwähnt. Die acht erhaltenen Gebäude stammen überwiegend aus der Zeit des 18. und 19. Jahrhunderts.

Die Kornmühle steht mit der Stadtgründung im Zusammenhang – so geht die Errichtung auf Bernhard, den Sohn Herbords (von Raven), zurück. Nachdem die Besitzverhältnisse mehrfach wechselten, ging die Mühle im Jahr 1705 an Martin Meincke, der sie an seinen Schwiegersohn Christian Moncke vererbte. Bis 1953 wurde die Vierrademühle nun von der Müllerfamilie bewirtschaftet, danach wurde sie als VEB Mühlenwerke Neubrandenburg ins Volkseigentum der DDR überführt. Noch 1948 wurde die Mühle vollständig durch
Wasserkraft angetrieben und konnte innerhalb von 24 Stunden 25 Tonnen Getreide verarbeiten.

In den Folgejahren wurde immer wieder modernisiert, wobei mit der Umstellung in den späten 1960er Jahren auf den Betrieb mit Fremdstrom sicherlich eine der größten Veränderungen stattfand.

Nach der Wende erfolgte die Rückübertragung der Gebäude an die Familie Moncke, die die Vierrademühle noch bis Ende der 1990er Jahre betrieb. Ein neuer Eigentümer sanierte den Komplex und führte die Gebäude einer neuen Nutzung zu, wobei jedoch leider die bis dahin vorhandene Mühlentechnik verloren ging.

Heute findet man hier eine lebendige Mischung aus Gastronomie, Dienstleistung, Wohnen und Gewerbe.