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Juli 2020 - Schauspielhaus, Pfaffenstraße 20/22


Nachdem Adolf Friedrich IV. (1738 – 1794) im Jahr 1775 zur Sommerresidenz erwählte, sorgte der baulustige Herzog in der Stadt nicht allein für den Bau eines fürstlichen Wohnsitzes, sondern auch für ein Schauspielhaus. Die Errichtung des heute erhaltenen spätbarocken Fachwerkbaus mit Mansarddach, einem der ältesten Theaterbauten Mecklenburgs, erfolgte wahrscheinlich 1793/94.
Bereits kurz nach dem Tod Adolf Friedrichs IV. löste dessen Bruder Herzog Carl II. (1741 – 1816) das Hoftheater aus Kostengründen auf, sodass das Schauspielhaus bis 1894 von Wandertruppen bespielt wurde. Der Arzt Dr. Merker richtete hier eine „Heilanstalt für Bewegungskuren“ ein. Den zweiten Weltkrieg überstand das Haus nahezu unbeschadet. In den Folgejahren wurde das Gebäude unterschiedlich genutzt (Vulkanisierungs-Werkstatt, PGH-Modewerkstätten, Freikirchliche Gemeinde, Mopedwerkstatt).

Der bauliche Zustand verschlechterte sich zusehends. Im Vorfeld der Sanierung wurde eine Wiederannä-herung an das ursprünglich barocke Erscheinungsbild des im 19. Jahrhundert teilweise überformten Baus thematisiert. Erhalten bleiben sollte aus städtebaulichen Gründen das kleine Erkertürmchen mit Zeltdach an der Behmenstraße. Diese Haltung änderte sich im Zuge der Sanierung Anfang der 1990er Jahre und der Erker wurde abgerissen. Nach Abschluss der umfangreichen Baumaßnahmen zog hier 1994 das Kammertheater der Stadt Neubrandenburg ein.