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November 2020 - Kino »Filmpalast« (aus der Denkmalliste gestrichen am 12.06.2007) - Stargarder Tor 2


Erste Vorführungen „lebender Photographien“ fanden in Neubrandenburg ab 1899 im Schützenhaus auf dem Wall zwischen heutiger Turmstraße und Neuem Tor und kurze Zeit später auch im Konzerthaus, östlich des Stargarder Tores, statt. 1909 eröffnete im Schützenhaus das erste Lichtspiel-Theater, 1912 ein weiteres in der Pontanusstraße, Ecke Eisenbahnstraße, welches ab 1921 unter dem Namen „Thalia-Theater“ bekannt wurde.

Im Verlauf der 1920er Jahre eroberte der Film die Welt. Die Filmbegeisterung ging auch an Neubrandenburg nicht spurlos vorbei und führte im Jahr 1928 zur Errichtung eines eigenen Kinogebäudes westlich des Stargarder Tores. Zwischen dem Abriss jenes Gebäudes und der feierlichen Eröffnung des Filmpalastes am 19.10.1928 verging gerade einmal ein halbes Jahr. Film- und Vorführtechnik sowie die Einrichtung des Gebäudes genügten den modernsten Ansprüchen, während die Gestaltung der Gebäudehülle in der charakteristischen Formensprache der 1920er Jahre Bezug auf das Stargarder Tor nahm.

Im Oktober 2001 wurde das Kino nach mehr als 70 Jahren Betrieb aus Rentabilitätsgründen geschlossen. Als das Gebäude im Winter 2002 einem Brand zum Opfer fiel, hatten sich bereits neue Eigentümer gefunden, die ursprünglich einen Veranstaltungsort für Live-Musik etablieren wollten. Eine Streichung aus der Denkmalliste ist erst nach dem Abbruch des geschichtsträchtigen Hauses im Jahr 2007 erfolgt.