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Neubrandenburg diskutiert über »Stadtgeld« und fiktiven Unternehmerlohn

Nachdem die Stadtvertretung der Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg sich für die Aussetzung der Sondergebühren für Gastronomen und Händler für die Jahre 2020 und 2021 ausgesprochen hat, wurden nun weitere Hilfsmaßnahmen zur Unterstützung der Unternehmen in einer Beschlussvorlage festgehalten.

In der Vier-Tore-Stadt hatte sich zu Beginn des Jahres eine Arbeitsgruppe aus Vertretern aller Fraktionen, Oberbürgermeister Silvio Witt, City-Manager Michael Schröder und Verwaltungsmitarbeitern gegründet, um über mögliche Hilfsmaßnahmen für von der Corona-Pandemie betroffene Händler und Gewerbetreibende zu beraten. Im Ergebnis aus einem zweiten digitalen Zusammentreffen dieser Arbeitsgruppe, bei dem unter anderem auch Unternehmer zu Gast gewesen sind, hat Oberbürgermeister Silvio Witt nun eine weitere Beschlussvorlage eingebracht. Diese Vorlage wird heute auf der Tagesordnung des Hauptausschusses stehen, um in der Folge in den weiteren Gremien diskutiert zu werden. Die Stadtvertretung kann in der März-Sitzung darüber entscheiden.

Mit der Beschlussvorlage soll die Grundlage für die Durchführung weiterer Maßnahmen gelegt werden. Dabei handelt es sich vor allem um ein sogenanntes Stadtgeld und einen fiktiven Unternehmerlohn.

„Stadtgeld“

Durch den Einsatz von Gutscheinen sollen die Umsätze von Neubrandenburger Unternehmen und Selbstständigen in der gesamten Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg gesteigert werden. Darüber hinaus erhalten Bürgerinnen und Bürger einen Vorteil in Form der Vier-Tore-Gutscheine. In einem festgelegten Zeitraum nach dem Lockdown besteht somit die Möglichkeit, Kassenbons aus Einkäufen in Geschäften zu sammeln. Diese Bons können in Vier-Tore-Gutscheine eingetauscht werden. Diese Gutscheine wiederum können in einem bestimmten Zeitraum bei den teilnehmenden Unternehmen im Stadtgebiet eingelöst werden. Dabei arbeitet die Stadt mit der Werbegemeinschaft, die die Vier-Tore-Gutscheine bereits initiiert hat, eng zusammen.

Fiktiver Unternehmerlohn

Mit einem fiktiven Unternehmerlohn bis maximal 1000 Euro beabsichtigt die Stadt Selbstständige in der Zeit des Lockdown und danach zu unterstützen. Voraussetzung dafür ist ein entsprechender nachweisbarer Umsatzrückgang.

Weitere Maßnahmen

Um eine Belebung der Innenstadt zu fördern und die Besucherzahlen zu steigern, ist geplant, an bestimmten Tagen auf Parkgebühren zu verzichten. Ebenfalls zur Diskussion steht eine kostenlose Nutzung der Stadtbusse an diesen Tagen. Der Einsatz eines sogenannten Corona-Managers ist ebenfalls im Gespräch.

Finanzierung

Die Kosten für das „Stadtgeld“ belaufen sich auf 500.000 Euro und das Budget für den fiktiven Unternehmerlohn beträgt 250.000 Euro. Im Zuge der Diskussion und vor einem Beschluss geht es darum, eine entsprechende Deckungsquelle dafür zu finden.