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Gerhard Stoll

Am 7. Oktober 1989 wurde durch den Friedenskreis in einem symbolischen Akt die erste öffentliche Aktion initiiert. Brennende Kerzen wurden als „Licht der Hoffnung“ in viele Neubrandenburger Fenster gestellt. Zum ersten Friedensgebet am 11. Oktober 1989 in der Johanniskirche folgten 350 Teilnehmer einer Einladung, die nur durch Mund-zu-Mund-Propaganda die Menschen erreichte. Beim 2. Friedensgebet mit einem Schweigemarsch zur katholischen Kirche waren bereits 5.000 Teilnehmer dabei. Am 24. Oktober gründete sich das Neue Forum in der Vier-Tore-Stadt. Der Höhepunkt der Ereignisse fand am 25. Oktober statt, als 30.000 bis 40.000 Teilnehmer im Anschluss an das 3. Friedensgebet auf die Straße gingen.

Die Mitglieder der Gruppe „Augenzeugen 89“ haben sich damals aktiv an den Veränderungsprozessen beteiligt. Sie wirkten im Neuen Forum und anderen Bürgerrechtsinitiativen mit, obwohl niemand wusste, ob diese Revolution friedlich bleibt. Die Gruppe selbst bildete sich erst nach der Wende aus wichtigen Protagonisten der friedlichen Revolution von 1989. Lange waren die Mitglieder aktiv, um die Erinnerung an diese große gesellschaftliche Zäsur des 20. Jahrhunderts wach zu halten, insbesondere der Jugend zu erklären, dass Demokratie keine Selbstverständlichkeit ist, sondern der ständigen aktiven Erneuerung durch die Menschen bedarf. Die „Augenzeugen 89“ haben anhand von Fotos, Schriftstücken und Ausstellungen die Ereignisse der Wendezeit für die Nachwelt dokumentiert.

Aufgrund ihres Mutes, sich gegen die ungerechten politischen Verhältnisse zu wehren und durch ihr ehrenamtliches Engagement auch in den Folgejahren, die Erinnerung an die Geschehnisse der politischen Wende dauerhaft wachzuhalten, haben sich die „Augenzeugen 89“ um die soziale, kulturelle und kommunalpolitische Entwicklung der Stadt besonders verdient gemacht. Stellvertretend für die Gruppe wurde die Medaille Herrn Gerhard Stoll am 24. Oktober 2019 im Rahmen der Festveranstaltung zur Erinnerung an die politische Wende von 1989 im Güterbahnhof überreicht.. Herr Stoll ist unermüdlich bereit, sich für die Erinnerung an diese geschichtsträchtige Zeit einzusetzen. Er selbst war an jeder in Neubrandenburg durchgeführten Aktion der friedlichen Revolution maßgeblich beteiligt, u. a. als Sprecher des „Neuen Forum“ in Neubrandenburg.