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Oktober 2019 - Gartendenkmal - Neuer Friedhof


Nachdem 1805 auf herzogliche Anordnung keine Bestattungen mehr innerhalb der Stadtmauer vorgenommen werden durften, wurde zunächst der Marien- und Johannisfriedhof zwischen Scheunen- und Katharinenstraße errichtet. Da diese bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach mehreren Erweiterungen keinen Platz für weitere Bestattungen boten, erwarb die Stadt im Jahr 1913 östlich der Bahn nach Neustrelitz Flächen im Bereich des früheren Galgenbergs. Die letzte Hinrichtung hatte dort im Jahr 1770 stattgefunden.

Den Auftrag für die Planung der Friedhofsanlage erhielt der Gartenbaumeister Georg Hannig, der seinerzeit Friedhofsdirektor auf dem Stettiner Hauptfriedhof war. Die Einweihung des Friedhofes fand im Jahr 1922 statt. 1924 kamen eine kleine Baumschule und eine Gärtnerei dazu, 1926 wurde die Friedhofsverwaltung (heute Am Neuen Friedhof 1) am Nordwestrand des Friedhofes errichtet. Auswirkungen auf die Gestaltung des Friedhofes hatte neben den planerischen Ansätzen von Hannig insbesondere die Friedhofsreform. So wurden keine eigenen Prachtwege mit Mausoleen der Oberschicht angelegt, die Verwendung von Glas, Porzellan und Gips als Schmuck auf den Gräbern wurde verboten, ebenso wie die Verwendung von eisernen Einfriedungen. Die Grabsteine der 1920er und 30er Jahre sind separat in der Denkmalliste erfasst.

Nach der Eröffnung des Waldfriedhofes Carlshöhe folgte 1974 der Beschluss zur Schließung des Neuen Friedhofes, der in Folge zur Parkanlage umgestaltet werden sollte. Nach der Wiedervereinigung wurde dann die Weiternutzung des inzwischen durch mangelnde Pflege stark vernachlässigten Friedhofes beschlossen. Erst im Jahr 2000 erhielt der Friedhof die heutige Feierhalle.