Wie Kommunen ihre Innenstädte beleben können: Bundesbauministerin Klara Geywitz besucht Neubrandenburg
Bundesbauministerin Klara Geywitz hat heute die Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg besucht, um sich nach den Effekten des von ihrem Ministerium aufgelegten Programms „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ (ZIZ) zu erkundigen und mit den lokalen Protagonisten ins Gespräch zu kommen.
„Wir haben heute intensiv gesprochen, was auch die Stadt macht, um die Innenstadt zu beleben. Ich begrüße es, dass hier in Neubrandenburg auf fast 100.000 Euro Einnahmen aus Sondernutzungsgebühren verzichtet wird, damit die Gastronomen ihre Tische und Stühle auf die Einkaufsstraße stellen können. So können sich Einheimische und Gäste hinsetzen und die Innenstadt genießen. Und das ist ein ganz konkreter Punkt, der wichtig ist“, so Bundesbauministerin Klara Geywitz. „Und der andere ist die Rolle der Sauberkeit. Hier in Neubrandenburg gibt es noch mal Extraschichten vom städtischen Bauhof, damit alle sehen: Das ist eine schöne Stadt und eine Innenstadt, um die sich gekümmert wird."
Oberbürgermeister Silvio Witt betonte die gute Zusammenarbeit innerhalb der Innenstadt: „Wir können auf ein großes Netzwerk von Menschen zurückgreifen, die sich für unsere Innenstadt einsetzen und sie seit Jahrzehnten voranbringen.“
Der Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg stehen aus dem Bundesprogramm Mittel in Höhe von 992.000 Euro (75% Fördermittel: 744.000 Euro, 25% Eigenanteil: 248.000 Euro) zur Verfügung.
Dadurch werden insbesondere folgende Maßnahmen ermöglicht:
- Förderung der Zwischennutzung und Einrichtung des CITY BÜROs alsTreffpunkt und Kommunikationsort in der Innenstadt (Projektstatus: umgesetzt)
- Personelle Verstärkung des Citymanagements zur Absicherung eines aktiven Leerstands-Managements (Projektstatus: umgesetzt)
- Förderung der Innenstadt-Unternehmen: Implementierung einer Innenstadt-Akademie für den Wissenstransfer sowie Beratungsleistungen für die Neu-Positionierung des Vereins Werbegemeinschaft Innenstadt e.V. (Projektstatus: umgesetzt)
- Erstellung einer Mikroklimaanalyse zur Ableitung von Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung und Steigerung der Aufenthaltsqualität
(Projektstatus: in Umsetzung) - Marketingoffensive für die Innenstadt mit eigenständigem Design und Werbekampagne (Projektstatus: in Umsetzung - aktuell in der Veröffentlichung)
- Ergänzung des vorhandenen Stadtmobiliars (Projektstatus: Initiierung)
Hintergrund
Der Bund unterstützt den Wandel in den Innenstädten mit zwei Programmen. „Lebendige Zentren“ heißt das eine. Es ist Teil der Städtebauförderung, für die der Bund jährlich 790 Millionen Euro aufwendet.
Die Kommunen stehen vor großen Herausforderungen nicht zuletzt aufgrund des sich vollziehenden Strukturwandels im Einzelhandel. Die Corona-Pandemie hat die Situation zusätzlich verschärft. Der Bund hatte daher zusätzlich das Programm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ (ZIZ) aufgelegt, um die Innstädte zu multifunktionalen, resilienten und kooperativen Orten zu entwickeln.
Für die Jahre 2022 bis 2025 stehen insgesamt 250 Millionen Euro bereit, um anteilig neue Strategien und Konzepte zu unterstützen und zukunftsfähige Innenstädte zu entwickeln. Insgesamt werden 219 Kommunen aller Größenordnungen bundesweit gefördert. Ziel dieses Programms ist es, die Innenstadt und ihr Angebot neu zu vermarkten, um die Kaufkraft nach den Corona-bedingten Rückgängen wieder in die Stadt zu lenken.