Der Künstler Wolfram Schubert
Vita:
1926 geboren in Körbitz, Brandenburg
1937‒1943 Schüler der Saldria in Brandenburg, danach Landarbeiter
1943 erstes intensives Zeichnen vor der Natur
1944 Kriegsdienst
1945‒1949 Gefangenschaft in der UdSSR, Kriegsgefangenenlager in der Ukrainischen SSR
1949 Landarbeiter in Grünenwulsch (Kreis Stendal); Besuch eines Zirkels der Volkshochschule Stendal unter Leitung des Malers Günter Johl (1908‒1965)
1950‒1955 Studium der Malerei an der Hochschule für Bildende und Angewandte Kunst Berlin-Weißensee bei Horst Strempel (1904‒1975), Kurt Robbel (1909‒1986) und Bert Heller (1912‒1970), Diplom
1955 Mitglied im VBKD (Verband bildender Künstler Deutschlands/1962-1990 VBK der DDR)
1956‒1959 Aspirantur an der Hochschule in Berlin ebd.
1959 freischaffend in Berlin und von 1960 bis 1994 in Neubrandenburg, Beteiligung an allen wichtigen Ausstellungen in der DDR
1965‒1988 Vorsitzender des VBK Bezirk Neubrandenburg
1969 Entstehung des Wandbildes, Beschäftigung mit dem Kommunistischen Manifest und Eintritt in die SED
1969‒1972 Gründungsmitglied und Angestellter des VEB Zentrum Bildende Kunst (ZBK)
1970 Kunstpreis der DDR; Ausbau eines Bauernhofs in Potzlow
1972‒1977 Dozent und Leiter des Fachgebiets Malerei an der Kunsthochschule Berlin (Weißensee)
Seit 1977 freischaffend
Seit 1994 in Potzlow
Seit 2003 Mitglied im Künstlersonderbund in Deutschland
Seit 2019 in Gardelegen
Seit 2021 Mitglied im Berufsverband Bildender Künstler Sachsen-Anhalt
Geprägt von den Erlebnissen des Krieges und der Kriegsgefangenschaft, gehörte der Maler und Grafiker Wolfram Schubert zu denjenigen Künstlern, die an die Zukunft einer sozialistischen Gesellschaftsordnung glaubten und diese mit ihren Kunstwerken zu befördern suchten. Innerhalb des Bezirkes Neubrandenburg besaß er eine herausgehobene kulturpolitische Stellung. Auf Grund seiner Funktion als langjähriger Vorsitzender des VBK Bezirk Neubrandenburg sowie als Mitglied der SED und Stadtverordneter war er diplomatischer Vermittler zwischen bildender Kunst und Politik. Maßgeblich setzte er sich für die Entwicklung einer lebendigen Kunstszene im Bezirk Neubrandenburg ein.
Bis in die 1980er Jahre, in einer Zeit, in der parallel seit den 1970er Jahren auch offene Gesellschaftskritik in der bildenden Kunst verhandelt wurde, schuf der Künstler Gemälde und Grafiken, die staatstragende Botschaften vermittelten. Jedoch lag der Schwerpunkt und die Stärke seiner künstlerischen Arbeit bei Landschaften, Stillleben, Interieurs, Porträts und Tierdarstellungen. Hier galt sein besonderes Interesse der Darstellung von Pferden, weshalb er mitunter als „Pferde-Schubert“ bezeichnet wurde.
Wolfram Schubert gehörte zu den prominenten Künstlern in der DDR und war beteiligt an den bedeutenden Kunstausstellungen des Landes. Zahlreiche Werke befinden sich in öffentlichen Sammlungen und Museen, wie der Kunstsammlung Neubrandenburg.