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mittelalterliche Wehranlage

Wehranlage

Egal, aus welcher Richtung Sie Neubrandenburg erreichen, wollen Sie die Innenstadt besuchen, müssen Sie die alte Wehranlage passieren, die das Zentrum wie ein Ring umschließt. Spaziergänge entlang der Stadtmauer und auf den Wällen sind bei Einheimischen und Besuchern gleichermaßen beliebt. Hier können Sie noch heute einen Hauch von Romantik verspüren, die Zeit scheint an manchen Orten stehengeblieben zu sein. Die alte Wehranlage ist ein Meisterstück mittelalterlicher Baukunst, das bis in die heutige Zeit in seiner ursprünglichen Schönheit erhalten ist. Geprägt wird sie von der Stadtmauer mit ihren vier prächtigen gotischen Stadttoren, den maueraufgesetzten Wiekhäusern, dem Fangelturm und nicht zuletzt durch die idyllische Wallanlage mit ihrem mächtigen Eichenbestand. Nehmen Sie sich die Zeit, dieses einmalige Bauwerk der Backsteingotik zu entdecken.

Um weitere Informationen zu erhalten, klicken Sie im digitalen Stadtplan die Piktogramme oder die Videoimpressionen an.

Die vier Tore

Den Höhepunkt der mittelalterlichen Wehranlage bilden die vielgerühmten vier Stadttore. Sie geben Neubrandenburg auch den Beinamen "Stadt der vier Tore". Die zunächst hölzernen Verbindungstore zwischen Stadtinnerem und Außenwelt wurden Anfang des 14. Jahrhunderts nach und nach durch die heutigen Backsteinbauten ersetzt. Ihre Verteidigung oblag den vier Hauptzünften unter Leitung der vier Bürgermeister, die sich im Mittelalter die Regierung der Stadt teilten. Mit der Gründung des Herzogtums Mecklenburg-Strelitz wurden im 18. Jahrhundert in alle vier Toranlagen ein Zollhaus für den fürstlichen Steuereinnehmer und ein Torwächterhaus eingefügt: kleine Fachwerkbauten, die sich dicht an die Zwingmauern schmiegen. Bemerkenswert ist, dass noch bis zum Jahre 1863 in Neubrandenburg Torzwang bestand. Abends wurden die Tore geschlossen und erst am folgenden Morgen war ein Passieren der Stadtmauer wieder möglich.

Die Stadtmauer

Nach der Stadtgründung im Jahr 1248 waren die Neubrandenburger bemüht, ihre Stadt in einen guten Verteidigungszustand zu versetzen. Um sich vor kriegerischen Angriffen zu schützen, wurde ein hölzerner Palisadenzaun errichtet. Mit dem wirtschaftlichen Erstarken der Stadt ab 1300 ging man dann dazu über, im Schutze des Zaunes einen steinernen Befestigungsgürtel zu bauen. Das imposante Bauwerk bot einen wirksamen Schutz gegen Eindringlinge.
Die Stadtmauer, heute noch nahezu vollständig erhalten, umschließt in ihrer Gesamtlänge von 2,3 Kilometer und mit einer Höhe von bis zu 7,50 Meter fast kreisförmig den gesamten Stadtkern. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war dieser Mauerring vollständig geschlossen. Die einzigen Zugänge in die Stadt bildeten die vier Tore. Erst als Neubrandenburg 1864 einen Eisenbahnanschluss bekam, öffnete man die Stadtmauer in Höhe des Bahnhofs. Im Volksmund wurde dieser Durchbruch „Eisenbahntor“ genannt. In den nachfolgenden Jahrzehnten wurden dann weitere Durchgänge zum Wall geschaffen.

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Die Wallanlage

Es gibt wohl keine zweite Stadt, die einen so geschlossenen Doppelringwall um ihre beeindruckende mittelalterliche Stadtmauer besitzt wie Neubrandenburg. Zu jeder Jahreszeit bietet dieser Gürtel eindrucksvolle Naturerlebnisse, überraschende Sichten durch das Grün auf Wiekhäuser, Tore und Türme und faszinierende Eindrücke von der Wehrhaftigkeit einer mittelalterlichen Stadt. Ein reicher Wildblumenflor erfreut im Frühjahr und Sommer Auge und Herz. Der goldene Herbst taucht den Wall in bunte Farben und der Winter verwandelt ihn in eine glitzernde weiße Zauberwelt. Die Wallanlage besteht aus einem Doppelwall mit drei Gräben, die ursprünglich mit Wasser gefüllt waren. Die dazu notwendigen und aufwendigen Wasserbaumaßnahmen erfolgten bereits im Mittelalter. Der innere Wall ist 20 bis 30 Meter von der Stadtmauer entfernt. Ebenso groß ist der Abstand zwischen den Wällen. Damit beträgt die Ausdehnung der Anlage teilweise bis zu 70 Metern. Nach dem Verlust seiner Funktion als Schutzbau für die Stadt musste der Wallgürtel als Holzreservoir, Viehweide und sogar Fischteich herhalten. Zahlreiche Arzneipflanzen künden zudem vom früheren Gebrauch des Walles als Hausapotheke und -garten. Erst ab 1824 wurde der Wall als Stadtpromenade hergerichtet. Typisches Wahrzeichen des Walles sind die Eichen. Einige von ihnen sind sogar schon mehr als 300 Jahre alt. Und noch eine weitere botanische Besonderheit bietet der Wall: den Seltsamen Lauch. Dieses Zwiebelgewächs bedeckt im Frühjahr große Flächen und verströmt einen aromatischen Duft.

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