Kunstsammlung Neubrandenburg im September
Sonderausstellung „Räume der Sehnsucht: Surrealismus und Magischer Realismus der Kunst in der DDR“
25. September 2026 bis 03. Januar 2027 | Eröffnung: 24. September 2026, 17:00 Uhr
Die Ausstellung „Räume der Sehnsucht“ zeigt mit rund 50 Leihgaben und Werken aus der Kunstsammlung Neubrandenburg die große künstlerische Freiheit der surrealistischen Malerei in der DDR. Abseits des staatlich geförderten und geforderten sozialistischen Realismus beschritten Künstlerinnen und Künstler neue Wege und praktizierten einen „Realismus ohne Ufer“, ganz so wie ihn der französische Philosoph und Kunstwissenschaftler Roger Garaudy 1962 ausgerufen hatte. Sie stehen damit nicht nur in der Tradition des europäischen Surrealismus der 1920er Jahre, sondern sind Teil einer surrealistischen Strömung, die in Osteuropa mit dem Kulturfestival „Prager Frühling“ 1962 begann.
Künstlerinnen und Künstler experimentierten mit Raumkonstruktionen der Pittura Metafisica, schufen magische Szenen, die sich wie Traumwelten dem Betrachter eröffnen, bis hin zu grotesken Landschaften und Figuren, die an mittelalterliche Dämonendarstellungen erinnern. In erzählerischen, mythischen Kompositionen erscheinen rätselhafte Wesen und poetische Welten, die den europäischen Surrealismus weiterentwickeln und mitunter überwinden oder abstrahieren. Labyrinthische, stürzende Räume entrücken die Bilder der Wirklichkeit und eröffnen Utopien. Architekturen wirken kulissenhaft, Bildszenen wie inszenierte Theaterstücke. Die menschliche Figur erscheint als Visionär, verwandelt sich, verschmilzt mit der bizarren Umwelt oder versucht ihr zu entfliehen. Die Werke folgen keinem politischen oder gesellschaftlichen Zweck, sondern formen einen künstlerischen Zufluchtsort in einer anderen Realität.
Der magische Realismus und Surrealismus erlaubte es Künstlerinnen und Künstlern in der DDR jenseits von thematischen oder formalen Vorgaben eine Bildpoetik zu entwickeln, worin Hoffnung, Zweifel, Widerstand und Resignation zu den Hauptthemen von Bildwelten wurden, die jenseits konformer Realitätsabbildungen sich im Magischen bewegen – und bis heute nichts an ihrer Faszination verloren haben.
Gezeigt werden Werke unter anderen von: Carlfriedrich Claus, Albert Ebert, Hubertus Giebe, Bernd Hertel, Karl-Georg Hirsch, Manfred Kastner, Erich Kissing, Anette Krisper-Belšić, Carl Marx, Hans-Peter Müller, Alexandra Müller-Jontschewa, Claus Müller-Schloen, Hermann Naumann, Josef Nowinka, Heinz Plank, Arno Rink, Horst Sakulowski, Werner Tübke, Heinz Zander und Mac Zimmermann (Änderungen vorbehalten)
Ausstellungsumbau – Kunstsammlung bleibt im September geschlossen
Die Ausstellung „Räume der Sehnsucht: Surrealismus und magischer Realismus der Kunst in der DDR“ wird vom 25.09.2026 – 3.1.2027 in der Kunstsammlung Neubrandenburg auf unserer gesamten Ausstellungsfläche zu sehen sein.
Während des Umbaus bleibt die Kunstsammlung vom 31.8. bis zur Ausstellungseröffnung am 24.9.2026 geschlossen.
Programm der Kunstsammlung zum Vier-Tore-Fest
Bis zum 30. August besteht noch die Gelegenheit die aktuellen Ausstellungen „IM HIER IM JETZT: Wolfram Schubert. Zum Hundertsten“ und „MeiNIBild: Ausstellung der Freizeitkünstler und Freizeitkünstlerinnen“ zu besuchen. Besucherinnen und Besucher können in dieser Zeit für ihr Lieblingsbild abstimmen, denn erstmals wird zur diesjährigen neunten Ausgabe von „MeiNIBild“ ein Publikumspreis verliehen: Die drei Kunstwerke mit den meisten Stimmen werden beim Vier-Tore-Fest in der Kunstsammlung geehrt und ausgezeichnet. Zu gewinnen gibt es jeweils einen Vier-Tore-Gutschein. Erstmals haben auch Kinder unter 10 Jahre Werke für „MeiNIBild“ eingereicht. Aus ihren Einreichungen wird ein Kinderkunstpreis ausgelobt: Der Gewinner oder die Gewinnerin erhält einen Überraschungs-Bastelkoffer, der zu weiterem kreativem Schaffen anregen soll. Die Preisverleihung findet am 30. August um 14:00 Uhr in der Kunstsammlung statt, begleitet von einer reichhaltigen Kaffee- und Kuchentafel des Freundeskreises der Kunstsammlung Neubrandenburg e.V..
Am Samstag, den 29.08. besteht außerdem die Möglichkeit selbst kreativ zu werden: Unter dem Motto »Jeder hat_niemand darf" können gemeinsam mit den Neubrandenburger Künstlerinnen Ramona Seyfarth und Rico. Plakate zu den Themen Demokratie, Vielfalt und Menschenrechten gestaltet werden: Es ist ein offener Prozess, in dessen Mittelpunkt Fragen nach den universellen Menschenrechten stehen: Was hat jeder Mensch? Was darf keinem Menschen passieren? Das Kooperationsprojekt der Geschichtswerkstatt zeitlupe (RAA-MV) und des SimsalArt e.V. zusammen mit der Jugendkunstschule Junge Künste und der Kunstsammlung Neubrandenburg steht unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Nico Klose, der am Samstag alle Kreativen und Gäste begrüßen wird.
32. Herbstsalon des Freundeskreises der Kunstsammlung Neubrandenburg e.V.
Am Samstag, den 12. September 2026 findet in der Kunstsammlung der 32. Herbstsalon des Freundeskreises der Kunstsammlung Neubrandenburg e.V. statt. Von 10:00 bis 17:00 Uhr präsentieren Künstlerinnen und Künstler des Freundeskreises sowie vier Gastkünstlerinnen und -künstler ihre Werke in den Räumen der Kunstsammlung zum Verkauf: Petra Benndorf | Monika Bertermann | Kerstin Borchardt | Mirjam Elburn | Susanne Feldt | Andreas Homberg | Dana JES | Takwe Kaenders | Olivia Kaufmann | Bernd Kommnick | Bianka Marschall | Michael Mohns | Rico. | Juliane Schönhauser | Gabriele Schulz | Gaby Schulze | Bernhard Schrock | Detlev Schwarz | Ramona Seyfarth | Saskia Wenzel. Die Messe bietet nicht nur die Gelegenheit ein Kunstwerk für die eigenen vier Wände zu erwerben, sondern auch mit den Künstlerinnen und Künstlern ins Gespräch zu kommen.