Neubrandenburg baut modernes Sirenennetz auf / Fördermittelbescheid ermöglicht wichtigen Baustein für den Bevölkerungsschutz
Die Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg wird in den kommenden Jahren ein modernes Sirenennetz für das gesamte Stadtgebiet aufbauen. Einen wichtigen Schritt dafür stellt ein Fördermittelbescheid des Landes Mecklenburg-Vorpommern dar, der heute durch Christian Pegel, Minister für Inneres und Bau des Landes Mecklenburg-Vorpommern, übergeben wurde: Für das Vorhaben werden Fördermittel in Höhe von 300.000 Euro ausgereicht.
Geplant ist die Errichtung von rund 30 Sirenenstandorten im gesamten Stadtgebiet – einschließlich der Ortsteile und Randlagen. Zum Einsatz kommen Sirenen unterschiedlicher Leistungsklassen, die sowohl auf Masten als auch auf Gebäuden installiert werden sollen.
Teil einer umfassenden Vorsorgestrategie
Der Aufbau des Sirenennetzes ist Teil der langfristigen Strategie zur Stärkung des Bevölkerungsschutzes in Neubrandenburg. Dazu gehören unter anderem auch die Einrichtung von Notfallmelde- und Informationsstellen, sogenannte Katastrophenschutz-Leuchttürme, die Planung von Wärmeinseln beziehungsweise Notunterkünften sowie der weitere Ausbau des kommunalen Krisenmanagements.
Moderne Technik für langfristige Nutzung
Die neuen Sirenen werden nach dem aktuellen Stand der Technik geplant. Vorgesehen sind unter anderem die Anbindung an verschiedene Warn- und Ansteuerungssysteme sowie die Möglichkeit, Sprachdurchsagen auszusenden. Zudem sollen die Anlagen über eine autarke Energieversorgung verfügen und teilweise mit Solartechnik ausgestattet werden. Bei der Planung stehen insbesondere Langlebigkeit, Zuverlässigkeit und Zukunftsfähigkeit im Mittelpunkt.
Finanzierung und Zeitplan
Die Förderung erfolgt über das Land Mecklenburg-Vorpommern im Rahmen des Katastrophenschutzes und wird über den Landkreis Mecklenburgische Seenplatte (untere Katastrophenschutzbehörde) ausgereicht. 50 Prozent der Investitionskosten werden als Eigenanteil getragen.
Nach Erhalt des Fördermittelbescheids sollen bis zum ersten Quartal 2027 die Ausschreibung und Vergabe der Leistungen erfolgen. Die anschließende Detailplanung ist bis zum dritten Quartal 2027 vorgesehen. Der Aufbau der Sirenenstandorte soll schrittweise bis zum Jahr 2029 abgeschlossen werden.
Hintergrund
Sirenen gelten als eines der zuverlässigsten Warnmittel im Krisen-, Katastrophen- und Zivilschutzfall. Sie erreichen Menschen auch dann, wenn andere Warnsysteme an ihre Grenzen stoßen – beispielsweise bei Stromausfällen, Störungen des Mobilfunknetzes oder wenn Warnmeldungen auf Mobiltelefonen nicht empfangen werden. Anders als die meisten digitalen Warnsysteme sorgen Sirenen für einen unmittelbaren Weck- und Aufmerksamkeitseffekt und können große Teile der Bevölkerung gleichzeitig erreichen.
Derzeit verfügt die Vier-Tore-Stadt lediglich über mobile Sirenen. Diese eignet sich jedoch nicht für eine flächendeckende Warnung einer Stadt in der Größe Neubrandenburgs, so die Erfahrungen bei vergangenen Warntagen.
Fest installierte Sirenen existieren im Stadtgebiet seit den 1990er Jahren nicht mehr. Die früher vorhandenen Anlagen wurden nach der Wiedervereinigung zurückgebaut. Beim aktuellen Vorhaben handelt es sich deshalb nicht um einen Wiederaufbau des früheren Netzes, sondern um eine vollständige Neuplanung nach heutigen technischen und fachlichen Anforderungen.
Eine regelmäßige Nutzung der neuen Sirenen zur Alarmierung der Feuerwehr oder durch wöchentliche Probeläufe ist nicht vorgesehen, möglich sind einzelne Probeläufe für technische Prüfungen oder anlässlich von Warntagen.