Stadtvertretung beschließt Satzung für Kinder- und Jugendbeirat: Neubrandenburg stärkt Mitbestimmung junger Menschen dauerhaft
Die Stadtvertretung der Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg hat heute die Satzung für einen Kinder- und Jugendbeirat beschlossen. Damit wird die Beteiligung junger Menschen erstmals dauerhaft und verbindlich in der kommunalen Struktur verankert. Mit dem Beschluss setzt die Stadt ein klares Zeichen für gelebte Demokratie und stärkt die Mitwirkungsrechte von Kindern und Jugendlichen in Neubrandenburg. Der Beirat muss nun gemäß Satzung innerhalb von zwölf Wochen konstituiert sein.
Zahlreiche junge Engagierte waren bei der heutigen Sitzung anwesend und verfolgten die Entscheidung vor Ort. Für viele von ihnen ist der Beschluss ein bedeutender Schritt: Seit drei Jahren engagiert sich die offene „Jugend AG“ ehrenamtlich für die Belange junger Menschen in der Stadt. Sie hat Themen angestoßen, Projekte begleitet und deutlich gemacht, wie wertvoll die Perspektiven von Kindern und Jugendlichen für Stadtentwicklung, Freizeitgestaltung und Nachhaltigkeit sind.
Von der Jugend AG zum Beirat
Mit dem heutigen Beschluss wird dieses Engagement nun auf eine neue rechtliche Grundlage gestellt. Der Kinder- und Jugendbeirat wird künftig als offiziell anerkanntes Beteiligungsgremium arbeiten.
Die Satzung wurde in einem intensiven Prozess gemeinsam mit Jugendlichen erarbeitet – in Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen, der Koordinationsstelle fürJugendbeteiligung sowie den zuständigen Fachbereichen der Stadtverwaltung. Grundlage ist § 41a der Kommunalverfassung Mecklenburg-Vorpommern in Verbindung mit dem Kinder- und Jugendbeteiligungsgesetz M-V, das selbstorganisierte Beteiligungsgremien ausdrücklich vorsieht.
Ein Durchbruch – und ein Anfang
Mit der vorgesehenen Anhörung erhält der Beirat ein festes Beteiligungsrecht in kommunalen Entscheidungsprozessen. Die Stadt bewertet diesen Schritt als wichtigen Durchbruch.
Zugleich ist klar: Kinder- und Jugendbeteiligung ist ein Entwicklungsprozess. Unabhängig von der nun beschlossenen Satzung arbeiten die Jugend AG sowie die städtische Koordinationsstelle kontinuierlich daran, Beteiligungsformate weiter auszubauen.
In diesem Sinne wird derzeit eine umfassende Kinder- und Jugendbeteiligungsrichtlinie erarbeitet. Diese soll die Mitwirkung junger Menschen perspektivisch noch breiter und verbindlicher in Verwaltungs- und Entscheidungsprozessen verankern.
Jetzt mitmachen
Jugendliche im Alter von 12 bis 21 Jahren können sich bereits jetzt einbringen.
Wer mitreden möchte, was in Neubrandenburg passiert – ob bei Freizeitangeboten, Klima- und Umweltthemen oder Fragen der Stadtentwicklung – kann Teil des neuen Kinder- und Jugendbeirates werden und die Zukunft der Stadt aktiv mitgestalten.
Informationen zur Mitarbeit erhalten Interessierte über die Koordinationsstelle fürJugendbeteiligung der Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg, erreichbar unter Instagram @jube_nb.
Hintergrund
Die Jugend AG ist ein offenes, freiwilliges Beteiligungsformat für Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen in Neubrandenburg. Hier arbeiten Jugendliche operativ an konkreten Projekten und Partizipationsfragen – von Stadtentwicklungsanliegen bis zu Themen aus ihrem unmittelbaren Lebensumfeld. Die Jugend AG bringt Ideen ein, formuliert Positionen und wirkt aktiv an Beteiligungsprozessen mit.
Des weiteren gibt es die von der Stadtvertretung ins Leben gerufene AG Kinder- und Jugendbeteiligung, die die Beteiligung junger Menschen in Neubrandenburg seit 2021 strukturell erarbeitet hat. Ziel war es, eine dauerhafte und hauptamtlich begleitete Koordinationsstelle für Jugendbeteiligung aufzubauen sowie Beteiligungsprozesse einzuführen.
Mit dem nun beschlossenen Kinder- und Jugendbeirat werden diese bisherigen Erfahrungen gebündelt und auf eine formelle, rechtlich abgesicherte Grundlage gestellt.