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Aufruf zur Teilnahme an der »Stillen Stunde« / Unternehmen für mehr Teilhabe im Alltag gesucht

Die Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg ruft gemeinsam mit den Interessenvertretungen des zukünftigen Beirates für Menschen mit Behinderungen Unternehmen im Stadtgebiet dazu auf, sich an der Aktion „Stille Stunde“ zu beteiligen.

Die Aktionswoche findet vom 4. bis 9. Mai 2026 statt und steht im Zusammenhang mit dem Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen am 5. Mai.

Mehr Ruhe, mehr Teilhabe, mehr Verständnis.

Nicht alle Beeinträchtigungen sind auf den ersten Blick sichtbar. Viele Menschen leben mit neurodiversen, psychischen, kognitiven oder sensorischen Einschränkungen. Für sie kann eine reizintensive Umgebung – etwa durch laute Geräusche, grelles Licht oder ständige Durchsagen – schnell zur Überforderung werden.

Die „Stille Stunde“ setzt genau hier an: Durch die gezielte Reduzierung von Reizen wird ein Umfeld geschaffen, das einen entspannteren und selbstbestimmten Aufenthalt im öffentlichen Raum ermöglicht.

Bedarf ist vorhanden

Gerade Rückmeldungen aus der Praxis zeigen, wie relevant dieses Thema ist: Im Rahmen der Erarbeitung des Einzelhandelskonzepts für den Standort Neubrandenburg wurde im Oktober des vergangenen Jahres eine Befragung der Kundschaft durchgeführt. Insgesamt gingen 543 vollständige Antworten ein. Davon gaben 239 Befragte (rund 44 Prozent) an, dass ihnen Angebote wie die „Stille Stunde“ wichtig sind.

Die offenen Rückmeldungen der Befragten verdeutlichen den konkreten Handlungsbedarf:

  • Es wurde mehr Rücksicht auf die Bedürfnisse sehbehinderter Menschen gefordert.
  • Die häufige Dauerbeschallung durch Musik und Durchsagen wurde als belastend beschrieben.
  • Mehrfach wurde darauf hingewiesen, dass unsichtbare Behinderungen bislang zu wenig berücksichtigt werden.

Menschen aus dem autistischen Spektrum berichteten, dass es im Einzelhandel oft zu hell und zu laut ist.

So kann die „Stille Stunde“ umgesetzt werden

Unternehmen können mit einfachen Maßnahmen dazu beitragen, Barrieren im Alltag abzubauen:

▪️ gedimmtes Licht

▪️ Verzicht auf Durchsagen und Hintergrundmusik

▪️ reduzierte Geräuschkulisse, insbesondere an Kassen

▪️ keine Warenverräumung während der Aktionszeit

▪️ ansprechbare Mitarbeitende vor Ort

▪️ willkommen für Assistenzhunde


Jetzt mitmachen

Unternehmen sind eingeladen, sich an der Aktionswoche zu beteiligen und eine oder mehrere „Stille Stunden“ in ihrem Betrieb anzubieten.

Interessierte Unternehmen können sich mit Angabe ihres geplanten Zeitraums bei Ramona Batke, Beauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderung, melden unter:
Telefon 0395 555 2315 oder E-Mail: ramona.batke@neubrandenburg.de.

02.04.2026