Vortrag über Fluchten im DDR-Sport begleitet Open-Air-Ausstellung in Neubrandenburg: Historiker René Wiese spricht über Motive und Wege von Sportlerfluchten aus der DDR
Im Rahmen der Open-Air-Ausstellung „Im Objektiv der Staatsmacht. Fußballfans im Blick von Stasi und Volkspolizei“ lädt die Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg gemeinsam mit dem Stasi-Unterlagen-Archiv zu einem weiteren Veranstaltungsabend ein.
Am Freitag, 29. Mai 2026, um 19:00 Uhr spricht der Historiker Dr. René Wiese vom Zentrum deutsche Sportgeschichte über das Thema „Fluchten im DDR-Sport: Motive, Merkmale und Charakteristika“. Die Veranstaltung findet im Lesesaal des Stadtarchivs statt. Der Eintritt ist frei.
Sportler zwischen Systemdruck und Flucht
Mehr als drei Millionen Menschen verließen zwischen 1949 und 1989 die DDR – viele davon unter gefährlichen Bedingungen. Auch der Leistungssport war vom Phänomen der sogenannten „Republikflucht“ betroffen.
Im Mittelpunkt des Vortrags stehen biografische Beispiele aus vier Jahrzehnten DDR-Sport. Beleuchtet werden persönliche Motive, Fluchtwege sowie die Reaktionen des SED-Staates auf Sportlerinnen und Sportler, die die DDR verließen. Die Veranstaltung ordnet damit ein weiteres Kapitel der DDR-Geschichte ein und ergänzt die Ausstellung um eine vertiefende Perspektive auf Sport, Kontrolle und individuelle Lebenswege.
Ausstellung noch bis 21. Juni zu sehen
Die Open-Air-Ausstellung „Im Objektiv der Staatsmacht“ zeigt auf insgesamt 18 Tafeln anhand historischer Fotografien, wie Fußballfans in der DDR durch Staatssicherheit und Volkspolizei überwacht wurden. Thematisiert werden Alltag, Protest, Fankultur und staatliche Kontrolle in den Stadien der 1970er- und 1980er-Jahre. Sie ist ein Projekt des Zentrums deutsche Sportgeschichte e. V. und der Ausstellungsagentur exhibeo in Kooperation mit dem Bundesarchiv/ Stasi-Unterlagen-Archiv, Außenstelle Neubrandenburg, sowie der Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg.