Annalise-Wagner-Stiftung vergibt ihren 11. Annalise-Wagner-Jugendpreis an die Schülerin Luise Hartke aus Neubrandenburg
Die Annalise-Wagner-Stiftung aus Neubrandenburg vergibt in diesem Jahr – zusätzlich zum Annalise-Wagner-Preis für Helene Bukowskis Roman „Wer möchte nicht im Leben bleiben“ – auch einen Jugendpreis für Texte junger Leute mit Bezug zur Region Mecklenburg-Strelitz im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte.
Der 11. Annalise-Wagner-Jugendpreis geht an die siebzehnjährige Schülerin Luise Hartke aus Neubrandenburg und ihre Erzählung „Wahltag. 15.03.2126“. Er wird gefördert vom Neubrandenburger Unternehmen new enerday GmbH. Luise Hartkes kurzer, bildstarker Text spielt in einer dystopischen Szenerie, genau in 100 Jahren, genau an dem Ort, der heute ihre Heimatstadt ist.
In der Begründung der Jury heißt es u. a.: „Kaum erträgliche Hitze tagsüber, eiskalte Nächte, der Tollensesee eine trockene Senke. In dieses Szenario versetzt Luise Hartke ihren Protagonisten Unar, zeitlich weit voraus. Im Frühjahr des Jahres 2126 brennt die Sonne erbarmungslos, in den Städten ziehen sich die Bewohner in ‚Betondschungel‘ zurück, Reisen empfehlen sich ausschließlich nachts. Unar jedoch ist im Auftrag der Regierung an diesem Märztag unterwegs nach Neubrandenburg. ... Nachvollziehbar werden die Konflikte zwischen Anpassung und Auflehnung, zwischen ‚Abgeschotteten‘ und Verantwortungsträgern, zwischen Provinz und Metropolen. Luise Hartke führt ihre Figur bildstark durch Lebensgefahr bis zum pointierten Ende, das sich mehrfach deuten lässt.“ (Dr. Gundula Engelhard)
Die dystopische Zukunftsvision von Luise Hartke „bleibt im Kopf“, das offene Ende zwingt subtil zum Nachdenken, nicht zuletzt durch den Brückenschlag zwischen den Zukunftsfragen Klimawandel und Demokratie. Beide Themen lagen auch Stifterin Annalise Wagner am Herzen: Sie engagierte sich früh für den Umweltschutz-Gedanken und war eine streitbare Ver-fechterin demokratischen Miteinanders.
„Ich freue mich“, schrieb Luise Hartke, als sie vom Annalise-Wagner-Jugendpreis erfuhr, „dass es eine Institution gibt, welche AutorInnen würdigt und jene, die es noch nicht sind, ermutigt. Denn wer Literatur und Kultur fördert, fördert ebenso ein offenes, kreatives und reflektiertes Miteinander; so verstehe ich das Anliegen Annalise Wagners.“
Hintergrund
Die Annalise-Wagner-Stiftung ist ein testamentarisches Vermächtnis von Annalise Wagner (1903-1986) aus Neustrelitz. 1991 wurde sie als Treuhandstiftung der Stadt Neubrandenburg errichtet und war die erste neue Kulturstiftung im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Der 35. Annalise-Wagner-Preis sowie der 11. Annalise-Wagner-Jugendpreis werden anlässlich des 40. Todestages der Stifterin am 26. Juni 2026 um 16:00 Uhr im Kulturquartier Mecklenburg-Strelitz in Neustrelitz verliehen. Der Eintritt ist frei.
Wer dabei sein möchte, kann sich gern anmelden per Telefon 0395 / 5551333 oder per Mail an stiftung.bibl@neubrandenburg.de.