IM HIER IM JETZT: Wolfram Schubert. Zum Hundertsten 11. Juni bis 30. August 2026 | Vernissage: 10. Juni, 17:00 Uhr
Die dritte Ausstellung in der Reihe IM HIER IM JETZT der Kunstsammlung Neubrandenburg widmet sich dem Schaffen Wolfram Schuberts. Der Künstler gehört zu den einflussreichsten Persönlichkeiten der Nachkriegsgeneration in der Region Mecklenburgische Seenplatte und feiert in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag. Die Ausstellung vereint Malerei, Zeichnung, Druckgrafik sowie Entwürfe baubezogener Gestaltung aus der Kunstsammlung Neubrandenburg, dem Archiv Bildende Kunst MSE und dem Neubrandenburger Stadtarchiv.
Biografie und künstlerischer Werdegang
Wolfram Schubert wurde 1926 im brandenburgischen Körbitz geboren und kehrte 1949 aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft zurück. Ab 1950 studierte er Malerei an der Hochschule für angewandte Kunst Berlin-Weißensee bei Kurt Robbel, Horst Strempel und Bert Heller. Auf Vermittlung seines Studienkollegen Werner Schinko zog Schubert 1960 gemeinsam mit seiner Frau Ingeborg nach Neubrandenburg, wo er eine herausragende Stellung als Künstler und Kulturpolitiker einnahm. Als langjähriger Vorsitzender des Verbands Bildender Künstler des Bezirks Neubrandenburg, SED-Mitglied und Stadtverordneter vermittelte er zwischen Kunst und Politik und setzte sich zugleich für eine lebendige Kunstszene im Bezirk ein. Schubert ist Gründungsmitglied des Zentrums Bildende Kunst Neubrandenburg.
Das künstlerische Werk
Als Künstler ist Wolfram Schubert vor allem für Gemälde und Grafiken mit staatstragenden Botschaften bekannt – darunter das bis heute vieldiskutierte Auftragswerk „Kampf und Sieg der Arbeiterklasse“ (1969) im Neubrandenburger Rathaus und „Brot für alle“ (1975) für die Galerie des Palastes der Republik in Berlin. Daneben entstand ein vielschichtiges Werk mit eindrücklichen Porträts, Tierdarstellungen, Landschaften und Stillleben, für die er Inspiration in der Seenplatte ebenso wie auf Reisen in die Sowjetunion, nach Rumänien, Usbekistan, Guinea, Mali, Syrien und Nordkorea fand. In „produktiver Unruhe" (Frank Wilhelm) ist der Künstler bis heute in Gardelegen aktiv.
Bedeutung und Sammlungen
Wolfram Schubert gehört zu den prominenten Künstlern der Nachkriegsgeneration, der vor 1990 mehrfach an der Deutschen Kunstausstellung in Dresden teilnahm. Neben seinem Wirken in Neubrandenburg war er von 1972 bis 1977 unter Walter Womacka Dozent und Leiter des Fachbereichs Malerei an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Für den öffentlichen Raum schuf er unter anderem die markanten konkret-abstrakten Giebelgestaltungen an den denkmalgeschützten Plattenbauten in der Neustrelitzer Straße in Neubrandenburg. Seine Werke befinden sich in bedeutenden Sammlungen und Museen, darunter die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, das Deutsche Historische Museum Berlin, das Kunstarchiv Beeskow, die Kunstsammlung Neubrandenburg und das Archiv Bildende Kunst Mecklenburgische Seenplatte.